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Zwei Dachstuhlbrände in nur fünf Minuten

Blitze schlagen in Häuser ein

AERZEN/GROSS BERKEL. Die starke Gewitterzelle wurde am Donnerstagabend gegen 19.15 Uhr sieben Kilometer nördlich von Blomberg gesichtet. Nach Angaben von Meteorologen verlagerte sie sich mit einer Geschwindigkeit von 60 km/h in östliche Richtung. Innerhalb von nur zehn Minuten wurden 155 Blitze gezählt. Zwei schlugen im Flecken Aerzen in die Dächer von Häusern ein – innerhalb von nur fünf Minuten.

veröffentlicht am 16.06.2017 um 08:30 Uhr
aktualisiert am 16.06.2017 um 15:14 Uhr

Groß Berkel: Feuerwehrleute rollen Schläuche aus. Unter den Dachziegeln des Wohnhauses brennt es. Foto: leo
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Feuerwehren waren in Groß Berkel und in Aerzen im Großeinsatz. Verstärkung kam aus Hameln. Haupt- und ehrenamtliche Kräfte unterstützten ihre Kollegen mit zwei Drehleitern und zwei Löschfahrzeugen.

Der erste Notruf erreichte um 19.27 Uhr die Leitstelle an der Hamelner Ruthenstraße. An der Straße „Am Lammbusch“ in Groß Berkel war ein Blitz in den Schornstein eines Einfamilienhauses eingeschlagen und hatte das Spitzdach in Brand gesetzt. „Es war unheimlich laut, hat sich angehört, als würde etwas auseinandergerissen“, erzählt Nachbar Hans Rohde, der sich gerade in seiner Garage aufhielt.

Umgehend wurden die Feuerwehren Groß Berkel, Aerzen und Selxen sowie die Werkfeuerwehr des Unternehmens Lenze sowie die Drehleiter aus Hameln alarmiert. Die ersten Freiwilligen aus Aerzen waren gerade am Einsatzort eingetroffen, als um 19.33 Uhr ein weiterer Notruf einging: Am Kranichweg in Aerzen war ebenfalls ein Blitz in das Dach eines Hauses gefegt – die Frauen und Männer kehrten um. „Der Blitz ist an der einen Giebelseite eingeschlagen und hat auf der gegenüberliegenden ein Feuer entfacht“, sagt der stellvertretende Kreisbrandmeister Kay Leinemann. „Wir haben uns gefragt, wie so was geht.“ Drei Hausbewohner hätten Löschversuche gestartet, so Oberlöschmeister Daniel Hundertmark. Sie seien von der Feuerwehr in Sicherheit gebracht und vorsichtshalber von Rettungsassistenten untersucht worden.

Eine zweite Drehleiter-Besatzung aus Hameln unterstützte die Kräfte aus Aerzen, Königsförde, Reher, Grießem und Dehmke. „Wir hatten zusätzlich drei Rettungswagen vor Ort und das Schneidlöschgerät Cobra in Bereitschaft“, berichtet Hundertmark. Eine Feuerwehrfrau habe sich während des Löscheinsatzes das Knie verdreht. Sie sei ins Krankenhaus gebracht worden. Die Schnell-Einsatz-Gruppen des DRK Hameln und Bad Pyrmont hatten zusätzliche Rettungswagen besetzt. Die ehrenamtlichen Rotkreuzler lösten die hauptamtlichen Retter ab.

Groß Berkel: An dieser Stelle ist der Blitz in das Dach eingeschlagen. Neben dem Schornstein lodern Flammen. „Die trockenen Holzlatten haben wie Zunder gebrannt“, sagt der ehemalige Ortsbrandmeister Hartwig Zurmühlen. Foto: Leo
  • Groß Berkel: An dieser Stelle ist der Blitz in das Dach eingeschlagen. Neben dem Schornstein lodern Flammen. „Die trockenen Holzlatten haben wie Zunder gebrannt“, sagt der ehemalige Ortsbrandmeister Hartwig Zurmühlen. Foto: Leo
Aerzen: Mit einem Hochleistungslüfter drücken Feuerwehrleute giftige Brandgase aus dem Haus. Foto: ube
  • Aerzen: Mit einem Hochleistungslüfter drücken Feuerwehrleute giftige Brandgase aus dem Haus. Foto: ube

Sowohl das Feuer in Groß Berkel als auch das in Aerzen waren nach gut einer Stunde weitestgehend gelöscht.

Nach Angaben des Kachelmann-Wetterdienstes sind an der Straße „Am Lammbusch“ in Groß Berkel um 19.24 Uhr innerhalb von nur zwei Sekunden drei Erdblitze eingeschlagen. Sie wurden von Meteorologen als sogenannte „starke Knaller“ klassifiziert.

Drei Minuten zuvor war in Aerzen ein Erdblitz desselben Typs eingeschlagen.

Auch im Nachbarkreis Holzminden mussten eine Reihe von Unwetter-Einsätzen „abgearbeitet“ werden. Dort waren mehrere Bäume umgestürzt.

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