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Urteil wegen versuchten Totschlags rechtskräftig

BGH verwirft Revision von Roudi H.

BAD PYRMONT. Roudi H. (38), der am 5. Januar vor dem Landgericht Hannover wegen versuchten Totschlags zu 4,5 Jahren Haft verurteilt worden war, bleibt im Gefängnis. Das Urteil gegen den Mann, der im Juli 2017 auf der Lortzingstraße einen ebenfalls betrunkenen Mann (53) getreten hatte, ist rechtskräftig.

veröffentlicht am 11.12.2018 um 19:45 Uhr
aktualisiert am 11.12.2018 um 21:10 Uhr

Roudi H. wurde am 5. Januar dieses Jahres wegen versuchten Totschlags zu 4,5 Jahren Haft verurteilt. Jetzt ist klar: Er muss im Gefängnis bleiben, denn der Bundesgerichtshof (BGH) hat die Revision des Verteidigers gegen das Urteil verworfen. Foto: Ar
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Der Bundesgerichtshof hat die von H.s Verteidiger Uwe Behnsen eingelegte Revision als unbegründet zurückgewiesen. Das teilte der Hamelner Anwalt auf Anfrage mit. „Der BGH hat die Auffassung des Landgerichts geteilt, dass jemand, der einem anderen gegen den Kopf tritt, zumindest billigend in Kauf nimmt, dass diese Handlung auch zum Tode führen kann“, so Behnsen. Auch weil Roudi H., der vor seiner Verhaftung einige Jahre in Bad Pyrmont gelebt hatte, zum Zeitpunkt der Attacke einen Blutalkoholwert von 1,9 Promille aufwies, bewertete Behnsen die Tat nur als gefährliche Körperverletzung – zumal sie für das Opfer keine schwerwiegenden Folgen hatte. „Der Mann hat am nächsten Tag wieder gearbeitet“, so der Jurist, der bei seinem Mandanten auch keinen Tötungsvorsatz sah. Laut Behnsen handelte H., der nach einem Unfall in seiner Jugend unter epileptischen Anfällen leide, aus einem Impuls heraus. Denn zuvor hatte das spätere Opfer ihm die Scherbe einer versehentlich heruntergefallenen Flasche Bier an den Hals gehalten, die S. ihm zur Versöhnung gereicht hatte.

Unterm Strich drängte sich nach dem Urteil indes der Eindruck einer gewissen ausgleichenden Gerechtigkeit auf. Denn einen laut Anklage versehentlichen Messerstich H.s in den Oberschenkel einer Frau bei anderer Gelegenheit wertete die Kammer nur als fahrlässige Körperverletzung. Der Opfer-Anwalt hatte hier vergeblich eine Höherstufung beantragt. (jl)



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