weather-image
26°
Fahndung bislang erfolglos

Bewaffneter Raubüberfall auf Spielhalle

HESSISCH OLDENDORF. Ein bewaffneter Mann hat in der Nacht auf Mittwoch eine Spielhalle an der Langen Straße überfallen. Der Täter erbeutete einen dreistelligen Eurobetrag und konnte entkommen. Eine eingeleitete umfangreiche Fahndung, an der auch ein Polizeihubschrauber beteiligt war, verlief ergebnislos.

veröffentlicht am 12.07.2017 um 08:47 Uhr
aktualisiert am 12.07.2017 um 19:48 Uhr

An diesem Tresen bedrohte der Räuber eine 22-jährige Spielhallen-Mitarbeiterin mit einer Pistole. Foto: fn
Frank Neitz

Autor

Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite

Um nach 1 Uhr öffnete sich die Eingangstür vom „Casino-Stübchen“ unweit des Marktplatzes. Ein maskierter Mann stürmte in den schmalen Vorraum, baute sich vor einem Tresen auf. Kunden waren zu der Zeit keine in der Spielhalle, nur eine Aufsichtskraft hielt sich hinter dem Tresen auf. Und die junge Frau blickte plötzlich in den Lauf einer Pistole. Wortlos mit vorgehaltener Waffe machte der Unbekannte deutlich, was er wollte: Geld.

Der 22-Jährigen blieb nichts anderes übrig. Sie musste der Forderung des Gangsters nachgeben und schob Bargeld über den Tresen. Der Überfall soll keine Minute gedauert haben, sagte Christian Pätzel. Er ist Chef vom „Casino-Stübchen“. Seine Mitarbeiterin habe noch erkennen können, dass sich der Täter bei seiner Flucht nach links Richtung Mittelstraße und Marktplatz abgesetzt habe, so Pätzel.

Kurz darauf läuft eine umfangreiche Großfahndung der Polizei an. Alle verfügbaren Einheiten wurden nach Hessisch Oldendorf geschickt, um nach dem Räuber zu suchen. Auch Funkwagen aus dem benachbartem Schaumburg rasten in die Weserstadt. Mitten in der Nacht riss lauter Lärm viele Hessisch Oldendorfer aus dem Schlaf. Ein Polizeihubschrauber kreiste über der Kernstadt, Lichtkegel erhellten Straßenzüge. Die Besatzung des mit einer Wärmebildkamera ausgestatteten Helikopters unterstützte die Streifen bei der Suche aus der Luft.

Die Fahndung nach dem Täter verlief dennoch ergebnislos. Der Mann war in der Nacht entkommen. Seine Mitarbeiterin habe einen Schock erlitten, sei aber körperlich unversehrt geblieben, sagte der Spielhallen-Betreiber gegenüber dieser Zeitung. „Für mich ist es unverständlich, dass man für ein paar Euro eine Waffe in die Hand nimmt und Menschenleben in Gefahr bringt“, zeigt der Casino-Chef kein Verständnis für so eine Tat. Schließlich wisse nahezu jeder, dass Geld in Automaten – auch in Wechselautomaten – stecke und kaum Wechselgeld vorgehalten werde, meint der Betreiber.

Das „Casino-Stübchen“ ist nicht zum ersten Mal Tatort eines Überfalls. Im November 2010 betraten zwei mit Sturmhauben maskierte Männer die Spielhalle durch eine Hintertür. An der Theke bedrohte einer der Täter eine Spielhallen-Aufsicht mit einem Messer, kam gleich zur Sache und sagte:“Überfall“ Los, leg dich auf den Boden!“ Ein Täter griff damals in die Kasse und schnappte sich Geld, bevor die komplett schwarz gekleideten Männer das Weite suchten.

Schwarz bekleidet sei auch der Räuber gewesen, der gestern Nacht das „Casino-Stübchen“ überfiel, heißt es von der Polizei. Das 22-jährige Opfer habe Ermittlern den Täter beschreiben können. Er soll etwa 175 Zentimeter groß und 20 bis 25 Jahre alt sein. Er soll zwei schwarze Jacken übereinander getragen haben. Die Kapuze einer Jacke hatte der Mann über seinen Kopf gezogen. Während der Tat trug der Unbekannte ein schwarz-rot-weißes Tuch, mit dem er sein Gesicht halb verdeckte.

Die Polizei sucht nach Zeugen, die in der Nacht verdächtige Personen oder auffällige Aktivitäten beobachtet haben. Hinweise nehmen Polizeibeamte in Hessisch Oldendorf (Telefon 05152/947490) und in Hameln (Telefon 05151/933-222) entgegen.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare