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Amtsgericht Detmold verurteilt 33-Jährigen wegen Autodiebstahls – Tat in Hameln nicht beweisbar

Bevorzugte Beute: Audi A6

DETMOLD. „Am nächsten Morgen war er weg“, berichtete der 77-jähriger Hamelner. Er musste vor einiger Zeit den Verlust seines Autos beklagen. Der Dieb wurde jetzt vom Amtsgericht Detmold verurteilt – allerdings wegen eines anderen Autodiebstahls.

veröffentlicht am 15.08.2017 um 18:39 Uhr

Foto: pixabay

Autor:

Ulrich Pfaff
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Abgestellt hatte der Rentner den Audi nachts vor seinem Haus. Das war am 7. April vergangenen Jahres. Den „sehr hochwertig ausgestatteten“ A6 habe er erst zwei Monate zuvor gekauft, wenn auch gebraucht, und nach dieser Nacht nie wieder gesehen, sagte der Bestohlene vor dem Schöffengericht. Die Staatsanwaltschaft habe das Ermittlungsverfahren eingestellt. Umso verwunderter, sagte der Zeuge, sei er dann gewesen, als im Dezember ein Schreiben aus Polen gekommen sei: Man habe Teile seines Autos nahe der polnisch-russischen Grenze gefunden – diese könne er zurückerhalten. „Ich habe das meiner Versicherung mitgeteilt, das war dann das Ende der Geschichte.“ Dass er von der Versicherung nicht den vollen Kaufpreis von 22 000 Euro zurückerhalten habe, damit habe er sich „zwangsläufig“ abgefunden. Der 77-Jährige war übrigens früher beruflich eng mit dem Hersteller Audi verbunden. Dass die Polizei dennoch den mutmaßlichen Täter ausfindig machen konnte, ist einem Zufall zu verdanken. Ein paar Tage nach dem Hamelner Diebstahl hatte die Bande in Blomberg erneut einen A6 entwendet. Pech für den Fahrer war, dass er in der Nähe von Guben auf dem Weg zur polnischen Grenze auffiel und nach einer Verfolgungsjagd geschnappt wurde. Mit ins Netz gingen die beiden Insassen des Begleitfahrzeugs, das die Überführung des gestohlenen Wagens absichern sollte – einer davon war der Angeklagte. Die bei den drei Männern sichergestellten Handys wurden ausgelesen. Darauf waren SMS gespeichert, die verklausulierte Hinweise zur Tat in Hameln enthielten.

Der Angeklagte, ein 33 Jahre alter Pole, hatte zunächst zugegeben, die zwei anderen mutmaßlichen Bandenmitglieder nach Deutschland gefahren zu haben – und dabei gewesen zu sein, als der Audi in Blomberg geknackt wurde. Gestern schwieg er sich zunächst aus – sein Verteidiger hatte dazu geraten. Denn das Auslesen der Handys, so der Anwalt, sei ohne richterliche Genehmigung erfolgt und mithin ein Verstoß gegen das Telekommunikationsgesetz. Also seien die Daten nicht als Beweise zulässig. Richter Martin van der Sand konnte aber schließlich dem Angeklagten doch ein Geständnis abringen – zumindest für die Tat in Blomberg. Die Anklage bezüglich der Tat in Hameln wurde eingestellt. Der bisher nicht vorbestrafte Angeklagte erhielt eine Freiheitsstrafe von eineinhalb Jahren, die zur Bewährung ausgesetzt wird.



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