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Bank-Mitarbeiterin stoppt Überweisung

Betrugsversuch aufgedeckt

WESERBERGLAND. Einem besonders dreisten Betrug wäre ein Ehepaar aus Coppenbrügge, Kunden der Volksbank im Wesertal, kürzlich beinahe zum Opfer gefallen. Glücklicherweise aber wurde eine Volksbank-Mitarbeiterin schnell hellhörig. Durch gezieltes Nachfragen kam sie dem Betrugsversuch auf die Spur und konnte das Unheil, das den älteren Herrschaften drohte, noch rechtzeitig abwenden.

veröffentlicht am 22.09.2017 um 18:54 Uhr

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Autor

Burkhard Reimer Reporter
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Und das war passiert: Am Schalter von Andrea Hennies, Kundenberaterin in der Coppenbrügger Volksbank-Filiale an der Osterstraße, erschien das Ehepaar und wollte eine Überweisung in beträchtlicher Höhe tätigen. Abgesehen davon, berichtete die Mitarbeiterin später, hätten die Kunden auf sie einen recht nervösen und angespannten Eindruck gemacht. Auch sei ihr sofort aufgefallen, dass das Überweisungsformular nur Empfänger und Auftraggeber ausgewiesen, sonst aber keine weiteren Einträge, etwa über den Verwendungszweck, enthalten habe. Auf gezielte Nachfrage erfuhr Andrea Hennies dann, die Kunden hätten einen Anruf einer Frau Schulz von der Hannoverschen Volksbank erhalten, demzufolge dort „ein Pfändungs- und Überweisungsbeschluss in Höhe von 3460 Euro vorliege, dem umgehend Folge zu leisten“ sei. Zwar war den Eheleuten von einer solchen Forderung bis dahin nichts bekannt, von dem Anruf aber erheblich in Unruhe versetzt. Und um weitere Unannehmlichkeiten zu vermeiden, wollten sie der Forderung nachkommen. Zudem hatten sie inzwischen einen weiteren Anruf erhalten, in dem es hieß, die Forderung könne auf 2460 Euro gesenkt werden, wenn das Geld umgehend überwiesen werde.

Das und die Tatsache, dass das Ehepaar überhaupt kein Konto bei dem Geldinstitut in Hannover hatte, waren für Andrea Hennies allein schon Grund genug, in der Sache genauer nachzuforschen. Ein Anruf in Hannover ergab, dass es dort keine Mitarbeiterin mit dem Namen Schulz gab und auch kein Pfändungsbeschluss gegen die Coppenbrügger vorlag. Es handelte sich also ganz offenbar um einen Betrugsversuch. Darauf gibt es für Yannik Kassubeck, Leiter der Volksbank-Filialen in der Region Coppenbrügge und Salzhemmendorf, zudem weitere Hinweise, wie er im Gespräch mit der Dewezet berichtet. So hätte, erklärt der Bankfachmann, erstens vor einem Pfändungsbeschluss ein ordentliches Mahnverfahren stattfinden müssen, was aber nicht der Fall gewesen sei; zweitens wäre bei einem Pfändungsbeschluss das Konto der Betroffenen automatisch gesperrt worden, sodass sie selbst gar keine Überweisung hätten vornehmen können. Und schließlich müsse bei Kontopfändungen auf jeden Fall zunächst der geforderte Betrag überwiesen werden, „eine Verhandlungsbasis besteht da nicht“. „Besonders unverschämt ist dabei“, fügt Yannick Kassubeck hinzu, dass offenbar durch weitere telefonische Überweisungsaufforderungen jener ominösen Frau Schulz auch am nächsten Tag noch versucht worden sei, das Ehepaar regelrecht unter Druck zu setzen.

Für den Bänker ist der Vorfall allemal Grund genug für die Empfehlung, Betroffene sollten sich bei einem solchen oder ähnlich gelagerten Vorgang umfassend bei ihrer Hausbank informieren und sich außerdem auf jeden Fall an die Polizei wenden. „Dieser Empfehlung kann ich mich nur anschließen“, sagt Andreas Appel, Pressesprecher der Polizei in Hameln, bei der die Coppenbrügger Anzeige erstattet haben.

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