weather-image
26°
Evakuierung des Zuges

Baum fällt auf Oberleitung - S-Bahn sitzt in Hameln fest

HAMELN. Im Hamelner Industriegebiet Süd ist am Dienstagnachmittag gegen 15.30 Uhr ein Baum auf die Oberleitung der Bahnstrecke gefallen. Der Lokführer einer S-Bahn (S5/Altenbeken) konnte seinen Zug nicht mehr rechtzeitig stoppen.

veröffentlicht am 06.06.2017 um 16:44 Uhr
aktualisiert am 06.06.2017 um 20:16 Uhr

Foto: ube
Ulrich Behmann

Autor

Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Die Deutsche Bahn hat am Dienstagnachmittag im Hamelner Industriegebiet Süd eine S-Bahn evakuiert – auf freier Strecke. Nach Angaben von Brandamtmann Thomas Breitkopf wechselten etwa 80 Fahrgäste den Zug. Feuerwehrleute hatten zuvor zwischen zwei S-Bahnen einen provisorischen Übergang aus Holzbohlen gebaut. Brandmeister und Bahnmitarbeiter halfen den Reisenden. Notfallmanager Nicolas Cyrill Mathiak koordinierte den Einsatz auf den Schienen. Die S 5 war vom Flughafen Langenhagen nach Altenbeken unterwegs. Als der Personenzug gegen 15.30 Uhr mit zirka 80 km/h durch eine Kurve gefahren war, entdeckte der Lok-Führer, dass ein größerer Ast in die Oberleitung gefallen war. Er leitete sofort eine Schnellbremsung ein. Die S 5 kam jedoch nicht mehr rechtzeitig zum Stehen. Der vordere Zugteil fuhr unter dem armdicken Stamm hindurch und prallte gegen einige Zweige. Vermutlich hatte eine Schauerböe den Ast von einer Buche abgeknickt.

„Allen Fahrgästen geht es gut“, sagte Oberbrandmeister Klaus Waltemathe. Der Rettungsassistent hatte sich vorsorglich in dem Zug umgeschaut und die Reisenden gefragt, ob jemand Hilfe benötigt. Eine Mutter, die mit drei Kindern nach Soest unterwegs war, und nun festsaß, bat um Babynahrung für ihre fünf Monate alte Tochter. Über Funk forderte Feuerwehr-Einsatzleiter Thomas Breitkopf bei der Leitstelle Brei an. Disponent Michael Niehus organisierte Babynahrung. „Ich habe die Kinderklinik um Unterstützung gebeten.“ Bereits kurze Zeit später brachte ein Rettungswagen der Feuerwehr zwei warm gemachte Gläschen zum Zug. „Die Frau hat sich sehr gefreut“, berichtet Waltemathe. „Sie hatte zwar eine Thermoskanne und Pulver dabei. Der Wasservorrat hätte aber aufgrund des außerplanmäßigen Stopps in Hameln nicht ausgereicht.“

Zu Beginn des Einsatzes hatte Bahn-Manager Mathiak die Strecke sperren und die 15 000-Volt-Leitung mit speziellen Stangen erden lassen. Erst danach konnten die Feuerwehrleute auf das Gleisbett.

Foto: ube
  • Foto: ube
Die Bahn hat damit begonnen den Zug zu evakuieren. Foto: ube
  • Die Bahn hat damit begonnen den Zug zu evakuieren. Foto: ube
Foto: ube
  • Foto: ube

Zum ersten Mal kam eine Feuerwehr-Draisine zum Einsatz. Mit ihr wurden Kettensägen, Leitern und technisches Gerät zum havarierten Zug gebracht.

Nach der Evakuierung der offenbar unbeschädigten S-Bahn entfernten die Helfer den abgeknickten Ast. Der Zug konnte seine Fahrt aus eigener Kraft fortsetzen.

In Hannover hatte sich mittlerweile ein Reparaturtrupp mit einem Turmwagen der Bahn auf den Weg nach Hameln gemacht. Von dem Spezialzug aus kontrollierten Experten die Oberleitung auf mögliche Schäden. Die Straße „Am Hastebach“ war stadteinwärts stundenlang gesperrt.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare