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Urteil: Er muss das Geld zurückzahlen

Autos, Casino, Bordell: Mann aus Emmerthal verprasst falsch überwiesene 170.000 Euro

EMMERTHAL/HANNOVER. 170 000 Euro hat ein Mann aus Emmerthal unrechtmäßig von seiner Lebensgefährtin, die bei einer Bank arbeitete, überwiesen bekommen. Das Geld muss er nun an die Bank zurückzahlen, entschied am Montag das Landgericht Hannover. Und das nachdem der 30-Jährige einen Großteil bereits für Bordellbesuche, Casino und Autos ausgegeben hat.

veröffentlicht am 24.08.2020 um 18:14 Uhr

Dabei half dem 30-jährigen Mann aus Emmerthal auch sein Einwand nichts, die Überweisung zwar erhalten, das Geld aber größtenteils für „Luxusaufwendungen“ ausgegeben zu haben. 

18 500 Euro für das Bordell

So soll er laut Gericht allein vom 24. bis 27. Juli 2019 etwa  92 000 Euro „verprasst“ haben – 3600 Euro fielen demnach für Hotel- und Mietwagenkosten an, 15 000 Euro verspielte er im Casino, 18 500 Euro gab er im Bordell aus und 50 000 Euro wurden ihm nach seinen Angaben gestohlen. Das Gericht wies den Mann darauf hin, dass er von Anfang an mit einer Rückzahlung habe rechnen müssen. Ein Strafverfahren gegen den Mann wegen Untreue wurde nach Auskunft des Landgerichts eingestellt.

Mitte Juli 2019 hatte der Mann die Fehlüberweisung erhalten. Zu diesem Zeitpunkt sei seine Lebensgefährtin bei der Bank angestellt und in der Auszahlungsabteilung tätig gewesen. Laut der Bank ergaben interne Ermittlungen und eine Auswertung der elektronischen Überweisungsdaten, dass die Frau die Überweisung veranlasst hatte. Das Geld sei eigentlich als Baufinanzierung für einen Bankkunden vorgesehen gewesen.

Zur Rückgabe verpflichtet

Grundsätzlich ist jemand, der ohne Rechtsgrund eine Leistung erhält, zur Zurückgabe dieser verpflichtet. Eine Ausnahme nennt das Bürgerliche Gesetzbuch jedoch für sogenannte Luxusaufwendungen. Das sind Investitionen, die sich jemand nicht geleistet hätte, wenn er das Geld nicht bekommen hätte. Das gilt nicht, wenn der Empfänger weiß, dass es sich um einen Fehler handelte. Deshalb konnte der 30-Jährige im vorliegenden Fall nicht darauf berufen: Er haftet verschärft ab dem Zeitpunkt, zu dem er wissen musste, dass ihm das Geld nicht zusteht, erläuterte Gerichtssprecher Dominik Thalmann.



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