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Auf der Flucht vor der Polizei

Autofahrer rast mit 200 km/h durch Hameln

HAMELN. Verfolgt von neun Streifenwagen aus vier Landkreisen ist am frühen Freitagmorgen ein Autofahrer auf der Flucht vor der Polizei durch Hameln gerast – mit wohl 200 Kilometern pro Stunde. Die Einsatzkräfte brachen die Fahrt in Groß Berkel ab, „da die riskante und rücksichtslose Fahrweise des Audi-Fahrers durch sehr hohe Fahrgeschwindigkeiten - innerorts wie außerorts - eine Gefährdung für andere Verkehrsteilnehmer und auch für die Einsatzkräfte darstellte“, sagte Oberkommissar Jens Petersen zur Begründung. Da die Fahnder das Kennzeichen ablesen konnten, gelang es den ihnen rasch, die Halterin des Wagens zu ermitteln.

veröffentlicht am 10.11.2017 um 10:46 Uhr

Die Polizei war am frühen Freitagmorgen im Großeinsatz. Neun Streifenwagen aus vier Landkreisen verfolgten einen Audi A6 – die Blaulicht-Fahrt musste abgebrochen werden. Foto: ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Unter Verdacht steht ein alter Bekannter der Polizei: Der 31 Jahre alte Mann aus Georgien, der in Hessisch Oldendorf lebt und laut Polizei noch nie in Besitz einer in Deutschland gültigen Fahrerlaubnis war, ist der Bruder der Frau. Bereits in Jahr 2011 hatte sich der Verdächtige eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Auch vor sechs Jahren mussten die Einsatzkräfte die Fahrt abbrechen, um nicht sich und andere in Lebensgefahr zu bringen.

Der jüngste Fall nahm in Groß Berkel seinen Lauf: Kurz vor 2 Uhr wollte eine Streifenwagen-Besatzung des Polizeikommissariats Bad Pyrmont einen Audi A6 stoppen und den Fahrer kontrollieren. Der Verdächtige war zu diesem Zeitpunkt auf der Bundesstraße 1 in Richtung Hameln unterwegs - er ignorierte sämtliche Anhaltesignale, gab stattdessen Vollgas. „Der Mann beschleunigte den Audi auf geschätzte 200 km/h“, erzählt Petersen. Auf der Wangelister Straße und auf der Pyrmonter Straße, also in Hameln, sei er nur geringfügig langsamer gefahren. Im Stadtgebiet nahmen auch die inzwischen von der Leitstelle entsandten Unterstützungskräfte der Hamelner Polizei die Verfolgung auf. „Auf der Thiewallbrücke wendete der Audi-Fahrer. Er raste die Abfahrtsrampe in Richtung Brückenkopf/Klütstraße hinunter. „Um überhaupt die hohen Geschwindigkeiten fahren zu können, fuhr der Audi-Fahrer auf der gesamten Strecke widerrechtlich und rücksichtslos über Fahrbahnmarkierungen, Sperrflächen und links an Verkehrsinseln vorbei“, berichtet der Beamte.

Der Verfolgte versuchte auf der Bundesstraße 1 stadtauswärts zu entkommen – erneut sei er geschätzt mehr als 200 km/h gefahren. Die Polizei brach die Blaulicht-Fahrt deshalb ab.

Noch in der Nacht geriet ein 31 Jahre alter Mann ins Visier der Ermittler. Der gesuchte A6 stand vor seiner Wohnanschrift; er selbst war aber nicht zu Hause. Erst nach einigen Telefonaten tauchte der Tatverdächtige bei der Polizei auf. Er hatte sich von einem Kumpel chauffieren lassen. „Der Verdächtige zeigte sich unwissend“, sagte Petersen. Da das Fahrzeug, mit dem er gebracht worden war - ebenfalls ein Audi A6 - nicht versichert war, wurde gegen den Fahrer (24) aus Hameln ein Strafverfahren eingeleitet. Gegen den 31-Jährigen wird wegen Straßenverkehrsgefährdung und wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis ermittelt. Wegen dieser Delikte und wegen weiterer Straftaten sei der Tatverdächtige bereits polizeibekannt, hieß es.

Bereits im August 2011 war der Mann durch sein rücksichtsloses Fahren aufgefallen. Damals bemerkten Polizisten, die bei der Fuhlener Kirmes für Sicherheit sorgten, dass ein Mercedes in einem abgesperrten Bereich durch Fußgängergruppen gelenkt wurde. Reifen drehten durch, der Wagen fuhr direkt auf Fußgänger zu, so dass diese zur Seite springen mussten. Polizisten sprachen den Fahrer an. Seine Reaktion: Er trat aufs Gaspedal und flüchtete mit hoher Geschwindigkeit vom Veranstaltungsplatz. „Dabei hat er keine Rücksicht auf querende Fußgänger genommen“, erzählt der Oberkommissar.

Die Polizeibeamten nahmen die Verfolgung auf. Der Mercedes-Fahrer raste seinerzeit durch Hessisch Oldendorf, Großenwieden und Kleinenwieden. „Die grenzenlose Rücksichtslosigkeit des Mannes zeigte sich abermals, als er in Deckbergen mit hoher Geschwindigkeit auf der Bundesstraße 83 in Richtung Borstel fuhr, ohne den vorfahrtberechtigten Verkehr sehen zu können. Die Kollegen haben die Verfolgungsfahrt abgebrochen, um eine Fremd- und Eigengefährdung zu verhindern.“ Auch vor sechs Jahren waren gegen den mutmaßlichen Rowdy Verfahren wegen Straßenverkehrsgefährdung und Fahrens ohne Fahrerlaubnis eingeleitet worden.

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