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Gefahrgut-Lkw bei Auffahrunfall aufgeschlitzt / Austritt giftiger Dämpfe befürchtet

Autobahn zwölf Stunden gesperrt

PORTA WESTFALICA / VELTHEIM. Ein Lkw-Unfall auf der Autobahn 2 bei Porta Westfalica hat zu einer rund zwölfstündigen Sperrung der Fahrbahn in Richtung Hannover geführt. Wie die Autobahnpolizei Bielefeld berichtet, war ein Lastwagen zwischen den Anschlussstellen Porta Westfalica und Veltheim auf einen liegengebliebenen Laster aufgefahren.

veröffentlicht am 01.12.2017 um 18:36 Uhr

Die linke Seite des Lkw ist aufgerissen. Bei dem weißen Pulver handelte es sich um ein Kunststoffgranulat – schäumbare Polymer-Kügelchen, die entzündbare Dämpfe abgeben können. Foto: Feuerwehr Porta/Michael Horst

Autor:

Daniel Möglich und Hans Siedler
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Geladene Farbe, Diesel aus zwei geplatzten Tanks und Kunststoffgranulat gerieten auf die Fahrbahn. Zwei weitere Lastwagen wurden bei der Fahrt durch das Trümmerfeld leicht beschädigt. Verletzte gab es nicht. Die Polizei beziffert den Sachschaden mit 210 000 Euro. Die Autobahn musste gereinigt werden und konnte erst am späten Freitagvormittag wieder freigegeben werden.

Die Freiwillige Feuerwehr Porta Westfalica sowie hauptamtliche Kräfte rückten in der Nacht zu gestern mit dem Alarmstichwort „Unfall Gefahrstoffe“ aus. Etwa 800 Meter vor der Anschlussstelle Veltheim stand ein polnischer Lkw mit Gefahrgutkennzeichen auf dem Seitenstreifen. Ein Lastwagen aus Porta Westfalica, beladen mit Farbe, war in den hinteren linken Bereich des Gefahrgut-Lkw geprallt. Der Farben-Lkw kam erst in der Mittelleitplanke zum Stehen, der Fahrer konnte das deformierte Führerhaus aus eigener Kraft verlassen. Zwischen den Lkw lag eine Vielzahl von Trümmerteilen auf allen Fahrstreifen.

Bei der Ladung des Gefahrgut-Lkw handelte es sich um 22 Großgebinde mit jeweils einer Tonne Gewicht. Das weiße Kunststoffgranulat sind Polymer-Kügelchen, welche entzündbare Dämpfe abgeben können. Der Stoff entwickelt giftige und reizende Dämpfe bei starker Erwärmung, gleichzeitig können die Behälter bersten.

Der Farben-Lkw aus Porta kommt erst an der Mittelleitplanke zum Stehen. Foto: Feuerwehr Porta/Michael Horst
  • Der Farben-Lkw aus Porta kommt erst an der Mittelleitplanke zum Stehen. Foto: Feuerwehr Porta/Michael Horst

Nach Eintreffen der ersten Feuerwehrleute erkundete ein Trupp unter schwerem Atemschutz die Lage und überprüfte die Unfallfahrzeuge. Die Fahrer wurden rettungsdienstlich betreut, mussten aber nicht ins Krankenhaus. Weitere Maßnahmen wurden mit der Leitstelle abgestimmt. Nach Freigabe durch die Autobahnpolizei fuhren weitere Einheiten aus ihrem Bereitstellungsraum die Unfallstelle entgegen der Fahrtrichtung an. Die Unfallstelle wurde abgesichert und ausgeleuchtet, Gerät für einen umfangreichen Löschangriff aufgebaut. Die auslaufenden Betriebsmittel wurden mit Bindemitteln großflächig abgestreut. Im Bereich des Gefahrgut-Lkw war die Fahrbahn durch den Kunststoff extrem glatt.

Die Polizei beauftragte zwei Bergungsunternehmen mit den Aufräumarbeiten. Vorab wurde eine Spur von Trümmern befreit, um den großen Rückstau bis Vennebeck aufzulösen. Gegen 0.24 Uhr konnte diese Spur freigegeben werden, die Auflösung des Staus dauerte jedoch noch bis 2.30 Uhr. Erst danach konnte mit den aufwendigen Bergungs- und Aufräumarbeiten begonnen werden. Die unbeschädigten Gebinde wurden durch ein Bergungsunternehmen mit einem Stapler umgeladen, der ausgetretene Stoff mit einem Radlader in Mulden verladen.

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