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Fahrer kann sich retten - große Suchaktion

Auto versinkt in Kiesteich - Fahrer tischt Märchen auf

WEHRBERGEN / FISCHBECK. Die Aussage eines offenbar stark alkoholisierten Hamelners hat am frühen Dienstagmorgen einen großangelegten Sucheinsatz auf der Weser zwischen Wehrbergen und Fuhlen und an den Fischbecker Kiesteichen ausgelöst. Sein Kumpel habe ausweichen müssen und sei dann in die Weser gefahren, sagte der Mann. Den Opel fand die Feuerwehr später im Kiesteich.

veröffentlicht am 23.06.2020 um 11:03 Uhr
aktualisiert am 23.06.2020 um 18:06 Uhr

Ulrich Behmann

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Mit einem Hubschrauber der Landespolizei, einer Drohne der Kreisfeuerwehr, vier Rettungsbooten der Feuerwehren Hameln, Hessisch Oldendorf und Großenwieden, allen verfügbaren Streifenwagen und den Einsatzfahrzeugen mehrerer Feuerwehren wurde stundenlang nach einem im Wasser versunkenen Auto und dem Fahrer gesucht.

Polizeibeamte hatten den 31-Jährigen gegen 2.30 Uhr auf der B 83 aufgegriffen. Der Mann mit freiem Oberkörper sei klitschnass gewesen, sagte ein Ermittler. Bei der Leitstelle waren kurz zuvor mehrere Notrufe eingegangen. Autofahrer hatten mitgeteilt, dass ein Fußgänger in der Dunkelheit – wild gestikulierend – auf der Fahrbahn herumirre.

Eine Streifenwagen-Besatzung griff den Hamelner auf und brachte ihn in Sicherheit. Auf die Frage, was passiert sei, antwortete der Betrunkene (Atemalkoholwert: 1,8 Promille), er habe in der Nacht mit einem Bekannten an der Weser geangelt. Sein Kumpel habe dann später seinen Wagen, einen Opel Meriva, gesteuert und einem Fahrzeug ausweichen müssen. Der Opel sei in die Weser gestürzt und untergegangen. Er, der 31-Jährige, habe sich retten können. „Scheibe runter, raus“, sagte er. Ob der Fahrer rausgekommen sei, wisse er nicht.

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Feuerwehrtaucher aus Hameln haben unter Wasser ein Stahlseil an dem im Kiessee versunkenen Auto befestigt. Hessisch Oldendorfs Stadtbrandmeister Tobias Ebbighausen lässt das Wrack mit der Winde des Hilfeleistungslöschfahrzeugs bis zur Böschungskante ziehen. Foto: ube

Die Polizei startete umgehend eine Suche zu Lande, zu Wasser und aus der Luft. Polizisten und Feuerwehrleute aus Hameln und Wehrbergen fuhren Feldwege ab, leuchteten das Ufer ab und hielten Ausschau nach dem Vermissten. Die Rettungsboote der Feuerwehren Hessisch Oldendorf und Großenwieden wurden angefordert. Ein Hubschrauber und eine Drohne waren in der Luft, vier Feuerwehrboote waren auf dem Fluss unterwegs. Brandrat Thomas Breitkopf koordinierte den Großeinsatz. In der Wache wurde der 31-Jährige derweil noch einmal befragt. Den Ermittlern hatte er nur den Vornamen seines Kumpels verraten. Fahnder starteten eine Facebook-Recherche und identifizierten den Freund. Der 37-Jährige sagte, er habe sich von seine Lebensgefährtin abholen lassen, weil der 31-Jährige nicht geangelt, sondern nur Alkohol getrunken habe. Der Betrunkene legte schließlich ein Geständnis ab. „Er hat den Kollegen erzählt, dass sein Kumpel bereits zu Hause sei und er mit dem Opel gefahren sei. Möglicherweise sei er nicht in die Weser, sondern in einen Kiesteich gefahren“, sagte Oberkommissarin Stephanie Heineking-Kutschera.

Hauptkommissar Stefan Ketelhut gab Feuerwehr-Einsatzleiter Thomas Breitkopf die neuen Erkenntnisse und eine ungefähre Wegbeschreibung durch. Der Leiter der Wachbereitschaft ließ daraufhin die Drohnenstaffel den Surfteich bei Fischbeck abfliegen. Dort wurden Jörg Grabandt und Oliver Jürries fündig. Sie entdeckten eine Schneise im Schilf und erkannten auf dem Luftbild Umrisse eines im See versunkenen Autos. Hessisch Oldendorfs Stadtbrandmeister Tobias Ebbighausen übernahm die Einsatzleitung. Die Hamelner Feuerwehrtaucher Michael Franke und Klaus Matthes stiegen kurz darauf in den See. Mit der Seilwinde des Hilfeleistungslöschfahrzeugs der Feuerwehr Hessisch Oldendorf wurde der Opel zur Böschungskante gezogen und mit einem Kran geborgen.

Spuren verraten, dass der Opel-Fahrer in einer scharfen Linkskurve nach rechts von einem asphaltierten Feldwegs abgekommen ist. Das Auto fuhr im Halbkreis durch ein Kornfeld, überquerte den Weg, prallte gegen eine Eiche, stürzte eine Böschung hinab, entwurzelte zwei Bäume und flog dann in den Surfteich.



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