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Feuerwehr rettet unterkühlten Hamelner – Passanten hatten um Mitternacht seine Hilferufe gehört

Aus Angst vor Schlägen in Weser gesprungen

HAMELN. Mit einem beherzten Sprung ins Wasser hat ein Feuerwehrmann am Sonntag einen in der Weser treibenden Hamelner vor dem Ertrinken gerettet.

veröffentlicht am 17.06.2018 um 11:10 Uhr
aktualisiert am 18.06.2018 um 11:11 Uhr

Gerettet: Der unterkühlte Hamelner sitzt auf der Promenade; ein Notarztteam kümmert sich um ihn. Foto: ube
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Der Notruf war um 0.03 Uhr eingegangen. Passanten hatten zwischen der alten Eisenbahnbrücke und dem ehemaligen Minensuchboot „Pluto“ die Hilferufe des Mannes gehört. Von der hohen Kaimauer aus konnten sie ihm jedoch nicht helfen. Sie schlugen Alarm. Die Regionalleitstelle an der Ruthenstraße schickte das Notarzt-Einsatz-Fahrzeug, einen Rettungswagen und den Wasserrettungszug der Feuerwehr Hameln zum Notfallort. Die Retter der rund um die Uhr besetzten Wachbereitschaft fuhren sofort mit mehreren Fahrzeugen von der nahe gelegenen Feuer- und Rettungswache zur Weserpromenade. Auch ein Rettungsboot wurde zur Slipanlage, die sich in Höhe der Sumpfblume befindet, gebracht. Zeitgleich bereiteten sich Feuerwehrtaucher und Bootsführer auf einen Sucheinsatz vor. Um keine Zeit zu verlieren hatten sich die Oberbrandmeister Tobias Schönherr und Carsten Lange bereits vor der Fahrt einen Kälteschutzanzug angezogen. Bereits zwei Minuten später sprang Schönherr in die Weser, um den erschöpften Mann über Wasser zu halten. Eine Leiter wurde in Stellung gebracht. Lange half dem Unterkühlten dabei, aus der Weser zu steigen. Ein Notarztteam kümmerte sich sofort um den zitternden Hamelner. Nach Angaben der Polizei betrug die Körpertemperatur des Geretteten zu diesem Zeitpunkt nur 34 Grad Celsius. Mediziner sprechen von einer Hypothermie (Unterkühlung). Der Mann wurde zur Notaufnahme des Sana-Klinikums gebracht. Nach Angaben der Ermittler hat der 28-Jährige ausgesagt, es sei an der Hafenspitze zu einem Streit zwischen ihm und drei Männern gekommen. Sie hätten ihn verfolgt. Aus Angst, Schläge zu bekommen, sei er in die Weser gesprungen. Die Polizei schätzt, dass der Hamelner etwa 30 Minuten im Wasser war. Ein Glück, dass Nachtschwärmer seine Rufe gehört haben. Der Mann hätte sterben können. Die Gefahr, in der Weser ertrinken zu können, wird offenbar unterschätzt. Kurz nachdem die Retter wieder eingerückt waren, sprang ein augenscheinlich alkoholisierter Mann vor den Augen seiner Freunde unweit der Gaststätte Me Lounge von der Kaimauer in den Fluss. Es gelang ihm, eine Leiter zu erreichen und die Kaimauer hochzuklettern.

Lebensretter in Überlebensanzügen – die Oberbrandmeister Tobias Schönherr (2.v.r.) und Carsten Lange. Foto: ube
  • Lebensretter in Überlebensanzügen – die Oberbrandmeister Tobias Schönherr (2.v.r.) und Carsten Lange. Foto: ube

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