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Fahnder schnappen alten Bekannten / Mann mit Alias-Namen ist schon mehr als 30-mal in Erscheinung getreten

Augenzeuge verfolgt Seriendieb

KIRCHOHSEN. Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr ist ein junger Mann (21) bei einem Diebstahl ertappt worden. Am Samstagabend gegen 19 Uhr ging er dank eines Hinweises aus der Bevölkerung der Polizei in Emmerthal ins Netz. Er war mit einem kurz zuvor an der Hauptstraße gestohlenen Mountainbike unterwegs.

veröffentlicht am 24.10.2017 um 10:41 Uhr

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Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Ein Kumpel des Fahrradeigentümers hatte den 21-Jährigen bei der Tat beobachtet und die Verfolgung aufgenommen. Der Augenzeuge (17) stand die ganze Zeit über mit der Polizei in Kontakt – via Notruf 110 gab er dem Einsatzleitbeamten den jeweiligen aktuellen Standort des Täters durch. Einer Streifenwagen-Besatzung gelang es deshalb, den Dieb in Höhe der Straße „Am Schneisseltor“ abzufangen. Bei dem Geschnappten handelt es sich um einen mutmaßlichen Serientäter, der im Jahr 2015 als Flüchtling nach Deutschland eingereist ist. Seit dieser Zeit ist er schon mehr als 30-mal in Erscheinung getreten. Die Polizei hat in den vergangenen zwei Jahren zahlreiche Verfahren eingeleitet – es geht vor allem um Diebstahlsdelikte, Sachbeschädigungen und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Offenbar hat bislang noch kein Richter eine längere Strafhaft angeordnet. Auch nach der vorläufigen Festnahme in Emmerthal und einer kurzen Wartezeit in einer Gewahrsamszelle wurde der Tatverdächtige wieder auf freien Fuß gesetzt. Der Mann hat in der Vergangenheit einen Alias-Namen benutzt, behauptet, aus Nordafrika zu stammen. Mal gibt er an, Algerier zu sein, mal will er in Marokko geboren worden sein. In der Nacht zum 21. Januar soll der Verdächtige gemeinsam mit einem Komplizen an der Baustraße in Hameln eine Scheibe zertrümmert haben und in einen Lebensmittel-Laden eingestiegen sein. Der mutmaßliche Einbrecher konnte noch in der Nähe des Tatorts gestellt werden. Er hatte Diebesgut (Spirituosen) dabei. Seinerzeit teilte Oberkommissar Jens Petersen mit: „Nach der Durchführung der polizeilichen Maßnahmen durfte der Festgenommene nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft Hannover seinen Weg fortsetzen.“

Im jüngsten Fall begründete der mutmaßliche Serientäter den Diebstahl des Mountainbikes damit, dass nach seinem Verständnis ein nicht angeschlossenes Fahrrad keinen Besitzer mehr hat und deshalb mitgenommen werden könne. „Er war sogar so dreist, dass er dem Eigentümer für ein geringes Entgelt den Rückkauf seines Fahrrades anbot“, erzählt Petersen.

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