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Verteidiger stellen neue Beweisanträge / Zeuge kommt nicht

Attacke bei Maifeier: Prozess zieht sich in die Länge

HANNOVER/HAMELN. Im Prozess um die brutale Attacke, die im Jahr 2015 beim Tanz in den Mai in der Hamelner Rattenfängerhalle verübt wurde, sollten eigentlich die Plädoyers gesprochen werden. Aber es sollte nicht sein. Ein Zeuge blieb der Verhandlung fern - er soll sich in der Türkei aufhalten.

veröffentlicht am 22.08.2017 um 18:26 Uhr

Die Verteidiger Muammer Duran, Roman von Alvensleben und Tanja Brettschneider (v.l.n.r.) sprechen mit ihren Mandanten Enis Y. und Erdinc Y. Foto: leo
Leonhard Behmann

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„Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt“, sagte schon Wilhelm Busch. Wolfgang Rosenbusch, Vorsitzender Richter des Schwurgerichts in Hannover, dürfte sich am Dienstag an diese Redensart erinnert gefühlt haben. Im Prozess um die brutale Attacke, die im Jahr 2015 beim Tanz in den Mai in der Hamelner Rattenfängerhalle verübt wurde, sollten eigentlich die Plädoyers gesprochen werden. Aber es sollte nicht sein. Ein Zeuge blieb der Verhandlung fern - er soll sich in der Türkei aufhalten. Und die vier Verteidiger stellten einen Beweisantrag nach dem anderen. Ergo werden die Urteile – nicht wie geplant – am Freitag gesprochen werden können.

Unter anderem wollten die Strafverteidiger der Angeklagten Enis Y. und Erdinc Y. einen Spezialisten für Tatortrekonstruktion befragen. „Er kann belegen, dass die Tat, so wie sie vom Hauptbelastungszeugen dargestellt worden ist, gar nicht stattgefunden haben kann“, ist sich Rechtsanwalt Roman von Alvensleben sicher. Nach einer Beratung lehnte die fünfköpfige Strafkammer den Antrag ab. Am Ende stand fest: Zwei der vier Beweisanträge wurden abgelehnt.

Das Gericht folgte hingegen zwei Anträgen von Rechtsanwalt von Alvensleben. Richter Wolfgang Rosenbusch ließ zu, dass ein Arztbrief verlesen wird. Grund: „Mein Mandant hat vor Gericht erklärt, dass das Opfer Tunc K. ihm mit einem Gegenstand gegen den Kopf geschlagen hat“, sagt von Alvensleben. „Der Arztbrief gibt Auskunft über die Verletzungen meines Mandanten. Die Medizinerin hat die Aussage von Erdinc Y. in diesem Punkt bestätigt“, sagt der Anwalt. Auch dem Wunsch des Anwalts, einen weiteren Zeugen zu laden, kam das Gericht nach. Die Verhandlung soll am 6. September fortgesetzt werden. Dann werden die Plädoyers der Staatsanwaltschaft, der Nebenklage und der Verteidigung erwartet.



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