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Wasserrohrbruch im Scala-Gebäude / Feuerwehr pumpt Keller leer

Altes Kino unter Wasser

HAMELN. Ein Wasserschaden hat im ehemaligen Scala-Gebäude an der Deisterallee einen Riesen-Schaden verursacht. Um kurz nach 7 Uhr machte ein Passant vor dem ehemaligen Kino eine Entdeckung. Vom Vorbau prasselten Tropfen wie bei einem starken Regenschauer auf den Gehweg. Durch die Eingangstür sickerte Wasser, bildete vor der Scala eine riesige Pfütze. Bei Minustemperaturen bildeten sich Eisflächen auf dem Bürgersteig.

veröffentlicht am 06.03.2018 um 17:48 Uhr
aktualisiert am 06.03.2018 um 18:40 Uhr

Alex Kalla (Mitte) trägt einen Überlebensanzug um trockenen Fußes ins Wasser zu steigen. Foto: fn
Frank Neitz

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Frank Neitz Reporter / Fotograf zur Autorenseite
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Ein Wasserrohr an einem Pissoir im Obergeschoss war geplatzt, erklärte Feuerwehreinsatzleiter Eugen Steiger. Das nasse Element suchte sich im Gebäude seinen Weg, lief Treppen hinunter, flutete Böden. In einem Kellerraum habe das Wasser 30 Zentimeter hoch gestanden, so Steiger. Die Wasserleitung wurde abgestellt, ebenso der Strom.

Alex Kalla hatte bereits auf der Anfahrt zum Kino einen Überlebensanzug übergestreift, konnte so den vollgelaufenen Keller inspizieren. Seine Kollegen brachten eine Tauchpumpe in Stellung, mit der sie den Kellerraum auspumpten. Andere Kräfte nahmen Wasser mit einem Nasssauger im Eingangsbereich auf.

Viel mehr konnten die Feuerwehrkräfte nicht tun. Steiger informierte den Hausmeister des Gebäudes. Eigentümer des Hauses soll eine luxemburgische Beteiligungsgesellschaft sein. Versuche, das zur Zeit leer stehende Gebäude an der Kreuzung zur Bahnhofstraße wieder mit Leben zu füllen, scheiterten zuletzt. Eine Diskothek schloss ihre Pforten. In den Wintermonaten 2013 und 2014 durchgeführte Motto-Partys brachten den Veranstaltern keinen Erfolg. „In den vergangenen Tagen mussten wir mehr als zehn mal nach Wasserrohrbrüchen ausrücken“, berichtet der Brandamtmann. Auch am Montagabend, als Wasser aus der Haustür eines leer stehenden Hauses in Afferde auf die Hamelner Straße lief. Die Feuerwehr stieg durch ein Dachfenster in das Einfamilienhaus und stellte die Wasserleitung ab. Der nächste Einsatz ließ nicht lange auf sich warten. In der Nacht wurden die Helfer zur Goethestraße gerufen.

Wasser floss durch die Eingangstür des ehemaligen Kinos auf den Gehweg. Foto: fn
  • Wasser floss durch die Eingangstür des ehemaligen Kinos auf den Gehweg. Foto: fn
Olaf Köhnen beim Auspumpen. Foto: fn
  • Olaf Köhnen beim Auspumpen. Foto: fn
Information

Warum nun die Rohrbrüche?

Das weiß eigentlich jeder: Leitungswasser hat die Eigenschaft ab einer Temperatur von null Grad Celsius einzufrieren. Während des Erstarrungsvorgangs dehnt sich das Wasser um bis zu neun Prozent aus. Die freigesetzten Kräfte wirken sich direkt auf die Zufluss- und Rohrsysteme in Gebäuden aus. Oft mit fatalen Folgen, wie Andreas Bertelsmeier vom Sanitärfachbetrieb Wagner weiß. „Meist sind dann Bögen betroffen. In der Rohrlänge kann sich das Eis ausdehnen, drückt gelötete und auch verquetschte Bögen vom Rohr. Es können sich durch die Kraft des Eises aber auch richtige Dellen im Kupferrohr bilden“, erklärt der Fachmann. Um Rohrbrüchen vorzubeugen, helfe nur, die Raumtemperatur über dem Gefrierpunkt zu halten. Für Marc Zobel von der Hamelner Feuerwehr ist das Erreichen von plus vier Grad Celsius ein kritischer Punkt. „Dann hat das Wasser die größte Dichte“ sagt der Feuerwehrmann. Bei jenen Temperaturen nach vorherigen Eistagen ist die Feuerwehr häufig gefordert.



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