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Auch Hameln bleibt nicht verschont – Polizei fahndet nach Tätern

Alle dreieinhalb Minuten ein Einbruch

HAMELN. Es kann jeden treffen. Statistisch gesehen wird in Deutschland alle dreieinhalb Minuten ein Einbruch verübt. Zu Beginn der dunklen Jahreszeit werden die Täter wieder aktiver. Zwischen zehn und fünfzehn Sekunden braucht ein Profi, um ein einfaches Fenster auszuhebeln.

veröffentlicht am 18.10.2017 um 13:38 Uhr

Spurensuche am Tatort. Foto: Polizei
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Jüngst haben Diebe an der Flemesstraße auf der Rückseite eines Einfamilienhauses die Terrassentür gewaltsam geöffnet und Zimmer durchsucht. Die Bewohner befanden sich im Urlaub. Die Typen wissen ganz genau, wo etwas zu holen ist - und wo nicht. Sie sehen an vollen Briefkästen, heruntergelassenen Jalousien oder Licht, das immer zur selben Zeit angeht, ob jemand zu Hause oder verreist ist. Der „Bruch“ wurde am Dienstag entdeckt – er muss zwischen dem 25. September und dem 17. Oktober begangen worden sein. Bereits in der Nacht vom 14. auf den 15. Oktober versuchten Einbrecher, in ein Haus an der Münchhausenstraße (Parallelstraße der Flemesstraße) einzusteigen. „Die Täter wollten ein Küchenfenster aufhebeln, es hielt der dem Werkzeug jedoch stand“, erzählt Oberkommissar Jens Petersen.

Die Statistik zeigt: Man kann Einbrechern das Leben schwer machen: 44 Prozent aller Einbruchversuche scheiterten an Sicherungen. Wie das geht, verrät heute um 19 Uhr Polizeioberkommissar Oliver Bente in der Wilhelm-Raabe-Schule (Hameln, Königstraße 71). Der Beauftragte für Kriminalprävention kennt die Arbeitsweisen der Diebe, weiß, wie man Wohnung und Haus gegen Einbrüche schützen kann.

Doch erst einmal bitten die Ermittler des für Einbruch und Raub zuständigen Fachkommissariats die Bevölkerung um Mithilfe bei der Aufklärung der jüngsten Taten. Wer verdächtige Personen oder Fahrzeuge gesehen hat, wird gebeten, die Nummer 05151/933-222 zu wählen.

Einbrecher haben es in der Regel auf Geld und Gold abgesehen. Bares lässt sich nicht zurückverfolgen, Schmuck gut „versilbern“. Im vergangenen Jahr wurden bundesweit mehr als 150000 Taten registriert. Der durchschnittliche Schaden liegt bei 3250 Euro. 2016 ersetzten die Hausratsversicherungen Schäden in Höhe von 470 Millionen Euro. Die Aufklärungsquote ist mau - sie lag im vergangenen Jahr bei gerade mal 16,9 Prozent. Wer schlau ist, sorgt vor, denn: „Einbruchschutz wirkt“, sagt Petersen und verweist auf eine weitere Veranstaltung der Polizei. Am 28. Oktober beantwortet ein Präventionsteam auf dem Pferdemarkt Fragen. Auch am „Tag des Einbruchschutzes“ (29. Oktober) werden an einem Stand zwischen 10 Uhr und 14 Uhr Informationen zum Einbruchschutz angeboten und Fragen zur nachträglichen Sicherung von Fenstern und Türen beantwortet.

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