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Der Richter attestierte 31-Jährigem eine Persönlichkeitsstörung

Acht Jahre Haft für Mord an Kneipenbekanntschaft

Hildesheim/Holzminden. Ein alkoholkranker Mann ist vom Landgericht Hildesheim zu acht Jahren Haft wegen Totschlags verurteilt worden, weil er eine Kneipenbekanntschaft im Streit mit einer Schere erstochen hat. Der Richter attestierte dem 31-Jährigen in der Urteilsbegründung am Donnerstag eine Persönlichkeitsstörung.

veröffentlicht am 16.06.2016 um 11:57 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:49 Uhr

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Der Angeklagte hatte die zwei Jahre ältere Frau kurz vor dem Jahreswechsel in einer Kneipe in Holzminden kennengelernt. Beide hatten zusammen geredet und getrunken und dann noch das Lokal gewechselt. Auf der Straße kam es später zu einem Konflikt, an dessen Ende der Mann die Frau gewürgt und mit einer Astschere in den Hals gestochen hat. Die Anklage hatte neun Jahre Haft wegen Totschlags gefordert, die Verteidigung sieben Jahre. Die Kammer geht davon aus, dass es da zu einem Streit gekommen ist“, sagte der Vorsitzende Richter Peter Peschka. „Die Frau muss etwas gesagt oder getan haben, was ihn gekränkt hat, was ihn erregt hat.“ Mit dieser subjektiv empfundenen Kränkung habe der zurückgezogen lebende Einzelgänger aufgrund seiner Persönlichkeitsstörung - von einem Borderlinesyndrom ist die Sprache - nicht umgehen können. Im Affekt und unter dem Einfluss von viel Alkohol habe der Angeklagte sich zur Tötung der Frau entschlossen. „Was da durch den Kopf des Angeklagten gegangen ist, ließ sich nicht klären.“

Fest steht zumindest für das Gericht: Der Angeklagte hat wohl nicht versucht, sich der Frau sexuell zu nähern, auch dafür, dass die Frau ihn schlimm beleidigt haben könnte, gibt es keine Anhaltspunkte. Für eine Einweisung in die Psychiatrie sah das Gericht wegen fehlender Wiederholungsgefahr keine Handhabe, eine Alkoholtherapie wurde wegen fehlender Erfolgsaussichten verworfen.



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