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Jäger fand die Maschine schwer zugänglich am Ithkopf

Abgestürztes Flugzeug entdeckt - Pilot ist tot

HAMELN-PYRMONT. Es war die wohl größte Suchaktion in der Geschichte des Landkreises Hameln-Pyrmont – und sie endete tragisch. Der 78 Jahre alte Pilot des seit Freitagnachmittag vermissten Motorflugzeugs ist tot.

veröffentlicht am 10.12.2017 um 18:59 Uhr
aktualisiert am 11.12.2017 um 12:21 Uhr

Der Pilot des im Ith abgestürzten Kleinflugzeugs konnte nur noch tot geborgen werden. Foto: leo
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Leonhard Behmann Volontär zur Autorenseite
Er wurde 24 Stunden nach Beginn der Suche im Cockpit der abgestürzten Maschine entdeckt. Allerdings nicht von Rettungskräften, sondern zufällig von einem Jäger. Das mit Schnee bedeckte Wrack lag – anders als vermutet – in der Nähe des Ithkopfes: an einem steilen Hang im unwegsamen Gelände. Die Ursache des Absturzes ist noch unbekannt.

Zwei Tage lang hatten 400 Rettungskräfte aus nah und fern Wälder und Felder, Steilwände und Schluchten zwischen Hameln und Hessisch Oldendorf durchkämmt. Die Suche, bei der neben Feuerwehr, DRK und THW auch vier Hubschrauber der Polizei und der Bundeswehr sowie Suchhunde eingesetzt wurden, war anfangs auf Hohenstein und Süntel fokussiert worden. Aber auch über dem Basberg kreisten stundenlang Hubschrauber.

Die zweisitzige Schulungsmaschine vom Typ „Aquila A-210 AT01“ war am Freitag um 12.15 Uhr in Osnabrück-Atterheide gestartet und in Richtung Braunschweig geflogen. Der Pilot überflog dabei Rinteln und Hessisch Oldendorf. Kurz vor 13 Uhr brach der Funkkontakt ab. „Den letzten Radarkontakt gab es im Bereich Fischbeck“, so Hauptkommissar Jens Petersen. Die tatsächliche Absturzstelle liegt jedoch 15 bis 20 Kilometer östlich von dem angenommenen Bereich entfernt.

Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen (BFU) aus Braunschweig und Kommissare der Tatort-Gruppe der Polizeiinspektion Hameln haben ihre Ermittlungen aufgenommen. „Das Flugzeug lag eingeschneit am Ith-Höhenzug in Hanglage und musste gegen Abrutschen abgesichert werden“, so Petersen. Nach Eingang der Meldung war am Freitagabend eine groß angelegte Suchaktion eingeleitet worden – daran beteiligten sich zahlreiche Kräfte von Polizei Feuerwehr, THW und DRK. Zunächst konnten weder Hubschrauber der Polizei noch Drohnen der Kreisfeuerwehr eingesetzt werden. Das Wetter war einfach zu schlecht. Nachdem sich die Witterungsbedingungen verbessert hatten, konnten zwei Polizeihubschrauber die Suchmannschaften am Boden unterstützen. Der Hubschrauber der Bundespolizei war mit einer Wärmebildkamera ausgestattet. Zusätzlich wurde ein Experten-Team aus Nordrhein-Westfalen angefordert, das über eine spezielle Ortungstechnik verfügt. Es versuchte, das Handy zu orten. Während der Großeinsatz kurz vor Mitternacht abgebrochen werden musste, dauerten die Ortungsversuche bis tief in die Nacht an – ohne Erfolg.

Bei Tagesanbruch wurde die Suche fortgesetzt. Dieses Mal versuchten Spezialisten der Polizei aus Hannover erneut das Handy des Piloten zu orten. „Das Spezialteam ist anders als zuvor das Team aus Nordrhein-Westfalen mobil unterwegs und versucht, aus dem Auto heraus Peilungen vorzunehmen“, erklärt Petersen. Aber auch auf diese Weise konnte die Unglücksmaschine nicht entdeckt werden.

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