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Gefahrgutunfall in Lagerhalle einer Speditionsfirma sorgt für Großeinsatz

Ätzende Gase verletzen vier Mitarbeiter

PORTA WESTFALICA. Ein Gefahrgutunfall in der Lagerhalle einer Spedition hat am Montag um 22.56 Uhr im Ortsteil Vennebeck Feuerwehren und Rettungskräfte in Atem gehalten. Bei Verladearbeiten waren Kanister mit Formaldehydlösung beschädigt worden. Durch die ätzende Flüssigkeit wurden vier Personen verletzt, fünf weitere Mitarbeiter des Unternehmens wurden als Betroffene ebenfalls versorgt.

veröffentlicht am 16.01.2018 um 13:11 Uhr

Die Feuerwehr musste das Gefahrgut unter Vollschutz bergen.

Bei Be- und Entladearbeiten hatte wahrscheinlich ein Gabelstapler eine Palette mit Gefahrgut beschädigt. Auf der Palette befanden sich zehn Kanister mit jeweils 30 Litern einer farblosen Flüssigkeit. Nach Austritt der Flüssigkeit klagten mehrere Personen über Atemwegsbeschwerden, Schwindel und Hustenreiz. Bei Eintreffen der Feuerwehr befanden sich alle betroffenen Personen außerhalb der Halle. Sie wurden in einem Sozialtrakt rettungsdienstlich und notärztlich versorgt. Dazu waren die Besatzungen von vier Rettungswagen und zwei Notärzte vor Ort. Vier Personen wurden als verletzt eingestuft, da sie mit dem Gefahrgut in Kontakt gekommen waren. Fünf weitere Personen wurden als Betroffene eingestuft, da sie keine unmittelbaren Symptome zeigten. Alle Personen wurden zur weiteren Behandlung oder Beobachtung in die umliegenden Krankenhäuser Minden, Lübbecke und Bad Oeynhausen transportiert.

Die Feuerwehr sicherte die Halle und baute vorsorglich einen Löschangriff auf. Die Halle war zu diesem Zeitpunkt bereits belüftet, alle Tore waren geöffnet. Vor der Halle wurde ein Dekontaminationsplatz aufgebaut, ein Trupp rüstete sich zur Erkundung der Lage mit umluftunabhängigem Atemschutz und Chemikalienschutzanzügen aus. Der Trupp konnte die Unfallstelle schnell ausfindig machen, an der Palette befanden sich noch die Transportpapiere. Der ausgetretene Gefahrstoff hat die UN-Nummer 2209, es handelt sich um Formaldehydlösung mit mindestens 25 Prozent Formaldehyd. Der Stoff wirkt ätzend und kann Haut, Augen und Atemwege schädigen. Bei Austritt entwickelt er ätzende und reizende Dämpfe, welche unsichtbar sein können. Formaldehydlösung kann Metalle angreifen und dabei Wasserstoffgas entwickeln, welches mit Luft ein explosionsfähiges Gemisch bildet. Durch den Unfall waren zwei Kanister beschädigt worden, etwa 15 bis 20 Liter waren ausgetreten. Metalle befanden sich nicht im Bereich des Gefahrguts. Die beiden beschädigten Kanister wurden durch einen Trupp unter Vollschutz geborgen und in ein geeignetes Gefäß umgeladen. Die ausgelaufene Flüssigkeit wurde mit Bindemittel abgestreut und aufgenommen.

red



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