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300000 Euro Schaden

85 Einbrüche: Tatverdächtige in Hameln gefasst

HAMELN/GRUPENHAGEN/HEHLEN/DETMOLD. Die Männer waren bereits vor ein paar Wochen ins Visier der Fahnder geraten – sie sollen von Hameln aus zu ihren Beutezügen gestartet und eine Vielzahl von Einbrüchen in Einfamilienhäuser und Wohnungen begangen haben. Der Schaden beträgt 300000 Euro. Nun wurden sie in Hameln gefasst.

veröffentlicht am 03.04.2017 um 15:57 Uhr
aktualisiert am 03.04.2017 um 16:48 Uhr

Spurensicherung nach Einbruch: Ermittler der Tatort-Gruppe suchen nach Fingerabdrücken. Foto: Leo
Ulrich Behmann

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Ulrich Behmann Chefreporter zur Autorenseite
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Die beiden Verdächtigen (29, 31) sollen gemeinsam mit mindestens einem weiteren Landsmann in zwei Bundesländern aktiv gewesen sein. Nur an ihrem Rückzugsort gingen sie nicht auf Diebestour. Bereits im Januar war im südöstlichen Niedersachsen ein 32-Jähriger festgenommen worden, der im Verdacht steht, an vielen Taten beteiligt gewesen zu sein. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Am Montagvormittag wurde er abermals einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Es bestehe der dringende Verdacht, dass dieser Beschuldigte auch an den jetzt aufgeklärten Taten beteiligt gewesen ist, erklärt der Erste Polizeihauptkommissar Uwe Bauer. Der Richter erließ gegen den Verdächtigen einen zweiten Haftbefehl. Mindestens 85 Taten sollen auf das Konto der Bande gehen. Auch im Weserbergland haben die Diebe nach Erkenntnissen der Hamelner Polizei zugeschlagen – vermutlich zeitweise in wechselnder Besetzung. „Mögliche weitere Mittäter haben sich vermutlich abgesetzt“, teilten Oberstaatsanwalt Ralf Vetter und der Erste Polizeihauptkommissar Uwe Bauer am Montag in einer gemeinsamen Erklärung mit. Nach Angaben von Polizeioberkommissar Jens Petersen werden den mutmaßlichen Serientätern 20 Einbrüche in Grupenhagen, Reine (Aerzen), Hehlen, Bodenwerder und Eschershausen zugeschrieben. Der Gesamtschaden wird auf mindestens 300000 Euro geschätzt. Die Diebe hatten es nur auf Geld und Schmuck abgesehen. Ein Teil der Beute soll nach Albanien geschafft worden sein. Die Polizei prüft, ob die Bande vom Balkan aus gesteuert wurde. Offenbar sind einige Einbrecher von dort nach Deutschland gereist und später wieder in ihrem Heimatland untergetaucht. „Es gibt enge Verbindungen in dieses Land“, sagt Bauer. „Mehr können wir derzeit noch nicht sagen.“

Seit September häuften sich die Einbrüche in den lippischen Gemeinden Blomberg, Kalletal, Extertal, Schieder-Schwalenberg und Lügde. Aber auch in den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Holzminden wurden vermehrt Wohnungseinbrüche registriert. Einmal waren die Fahnder den Tätern dicht auf den Fersen. Mit mehreren Streifenwagen und mit einem Polizeihubschrauber wurden sie bis Groß Berkel verfolgt. Die Einbrecher ließen dort ihr Fahrzeug stehen und flüchteten zu Fuß weiter.

Die Bearbeitung der zahlreichen Verfahren wurde in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Detmold federführend von der Kreispolizeibehörde Lippe übernommen. In akribischer Kleinarbeit gelang es den Ermittlern der verschiedenen Polizeidienststellen die an den Tatorten gesicherten Spuren zusammenzuführen, so dass sich Hinweise auf das in Hameln wohnende Duo verdichteten. In den Morgenstunden des 29. März nahmen Ermittler des Kriminalkommissariats 2 aus Detmold, unterstützt von ihren Kollegen des Fachkommissariats 2 aus Hameln, die Tatverdächtigen in Hameln fest. Die Männer leisteten keinen Widerstand. Die mutmaßlichen Täter hüllen sich in Schweigen. Nur der Jüngere soll bereits wegen Eigentumsdelikten in Erscheinung getreten sein. Er wurde in Untersuchungshaft genommen. Der Ältere sei wieder auf freien Fuß gesetzt worden, hieß es. Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei gingen aufgrund der Begehungsweise der Einbrüche von einer bandenmäßigen Struktur aus, sagte der Oberstaatsanwalt.

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