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42-Jähriger nach Benzinangriff auf Ex-Chef zu Haftstrafe verurteilt

HILDESHEIM. Ein 42-Jähriger, der seinen Ex-Chef aus Rache für seine Kündigung mit Benzin übergossen hat, muss ins Gefängnis. Ein Richter am Landgericht Hildesheim verurteilte den Mann am Freitag wegen versuchter Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung zu zwei Jahren und drei Monaten Haft. Die Strafe entspreche dem Antrag der Staatsanwaltschaft, teilte eine Gerichtssprecherin mit.

veröffentlicht am 24.08.2018 um 12:36 Uhr
aktualisiert am 24.08.2018 um 14:10 Uhr

Auf dem Weg in den Gerichtssaal: Der Angeklagte verbirgt sein Gesicht hinter einer Zeitung. Foto: bar

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dpa

Der Mann aus Beverungen im Kreis Höxter soll dem 47-Jährigen in den frühen Morgenstunden des 20. Februar vor dessen Haus in Lauenförde an der Weser aufgelauert haben. Als der Kollege eine als Garage genutzte Scheune geöffnet habe, um zu seinem Auto zu gehen, soll der Angeklagte ihn mit etwa drei Litern Benzin übergossen haben. Dem Opfer gelang es laut Anklage aber, den Angreifer zu Boden zu bringen. Der Mann wurde am selben Tag festgenommen und saß seitdem in Untersuchungshaft.

Der Angeklagte hatte zu Prozessstart das Geschehen eingeräumt. Er betonte aber, dass er nur das Auto seines Ex-Kollegen und nicht den 47-Jährigen selber habe in Brand setzen wollen. Bei ihrem Plädoyer rückte die Anklage vom ursprünglichen Vorwurf des versuchten Mordes ab und bezog sich auf versuchte Brandstiftung und gefährliche Körperverletzung. Die Verteidigung hatte auf eine geringere Haftstrafe von einem Jahr und neun Monaten plädiert.

Wie der 42-Jährige vor Gericht sagte, sei der Grund der Tat der Verlust seiner Arbeit gewesen, wofür er seinen Ex-Chef verantwortlich machte. Vor Gericht schilderte der Angeklagte, wie hart ihn der aus seiner Sicht ungerechtfertigte Verlust seiner langjährigen Arbeit getroffen habe. Der Job habe ihm nach einer langen Zeit mit Suchtproblemen und Gefängnisaufenthalten Stabilität gebracht. Sein ehemaliger Chef bei einer Fensterbaufirma habe ihn lange schikaniert und schließlich seine Entlassung eingefädelt.



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