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Unfall in der Brunnenstraße

13-jähriger Radfahrer überfährt dreijähriges Mädchen

BAD PYRMONT. Am Sonntagnachmittag ist in der Fußgängerzone genau das passiert, vor dem besonders Vertreter des Seniorenbeirates immer wieder warnen. In der Fußgängerzone der Brunnenstraße hat ein 13 Jahre alter Radfahrer ein dreijähriges Mädchen überfahren. Laut Polizei sind die Verletzungen glücklicherweise nur leicht.

veröffentlicht am 17.09.2018 um 13:37 Uhr
aktualisiert am 17.09.2018 um 20:20 Uhr

Mit dem Rettungswagen mussten die beiden Kinder am Sonntag ins Krankenhaus gebracht werden. Foto: Polizei Bad Pyrmont
Hans-Ulrich Kilian

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Hans-Ulrich Kilian Redaktionsleiter Bad Pyrmont zur Autorenseite
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Beide Kinder wurden vorsorglich mit dem Rettungswagen in das Krankenhaus gefahren. Laut Polizei sind die Verletzungen glücklicherweise nur leicht.

Polizeihauptkommissar Arnold Schiffling vom Polizeikommissariat Bad Pyrmont sprach am Montag von einem spektakulären Verkehrsunfall. Zwei 13-jährige Jungen befuhren gegen 12.40 Uhr mit ihren Fahrrädern trotz des zu dieser Zeit geltenden Radfahrverbots die Brunnenstraße in Richtung Brunnenplatz. Nach Angaben von Zeugen seien sie sehr schnell unterwegs gewesen, obwohl die Fußgängerzone zu dieser Zeit gut besucht gewesen war. Unter den Passanten war auch ein Vater mit seiner dreijährigen Tochter, die ein Laufrad dabei hatte. Sie war gerade auf dem Weg zu ihrem Vater, der auf einer Bank saß, als sie von dem 13-jährigen Radler überfahren wurde. Auch der Junge stürzte dabei schwer. Beide Kinder wurden mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gefahren und verblieben dort laut Polizei vorsorglich über Nacht. An beiden Rädern entstand Sachschaden.

Rechtliche Konsequenzen hat der Junge nicht zu erwarten, weil er noch nicht strafmündig ist. „In seinem Alter kann man von ihm aber erwarten, dass er weiß, dass er mit seinem Rad tagsüber in der Fußgängerzone nichts zu suchen hat“, betonte Schiffling. „Der Junge hat Glück, dass das kleine Mädchen nicht schwerwiegend verletzt worden ist, ansonsten könnten auch haftungsrechtliche Gründe eine Rolle spielen.“

Polizeihauptkommissar Ralf Kleinschmidt und Bernd Mecke vom Ordnungsamt sprechen einen Radfahrer an, der zuvor in der Brunnenstraße radelnd unterwegs war. Es kommt mit einer mündlichen Verwarnung davon. Foto: uk
  • Polizeihauptkommissar Ralf Kleinschmidt und Bernd Mecke vom Ordnungsamt sprechen einen Radfahrer an, der zuvor in der Brunnenstraße radelnd unterwegs war. Es kommt mit einer mündlichen Verwarnung davon. Foto: uk

Der 13-Jährige gehört zu einer Gruppe von Gleichaltrigen, die Ordnungsamt und Polizei bekannt sind, weil sie immer wieder mit ihren Rädern in der Brunnenstraße unterwegs sind. Drei- bis viermal im Jahr sind Vertreter der beiden Behörden gemeinsam unterwegs, um das Radfahren in der Fußgängerzone zu kontrollieren. Die Polizei ist deshalb dabei, weil sie grundsätzlich für den fließenden Verkehr zuständig ist. Auch am Montagvormittag gab es so einen Einsatz. Laut Schiffling war das aber ohnehin geplant und keine Reaktion auf den Verkehrsunfall vom Sonntag.

„Ich fahre doch nur ganz langsam“, meinte ein Junge entschuldigend, als er von den Polizeikommissaren Ralf Kleinschmidt und Ilja Walter gestoppt wurde. „Du darfst hier gar nicht fahren“, wiesen ihn die Polizisten, die in Begleitung von Bernd Mecke vom Ordnungsamt waren, auf das Verbot hin, dass täglich von 10 bis 18.30 Uhr gilt. Die allermeisten Radler – das war auch am Montagvormittag der Fall – halten sich an das Verbot, aber längst nicht alle. Und längst nicht alle sind einsichtig, wie Bernd Mecke aus Erfahrung berichtet. „Da bekommt man auch schon mal den Stinkefinger zu sehen.“ 15 Euro kostet es, wenn man erwischt wird, das Doppelte, wenn ein Radfahrer Vorsatz erkennen lässt. Am Montag beließen es die Polizisten bei mündlichen Verwarnungen. Bürgermeister Klaus Blome zeigte sich erschrocken. „Der Unfall zeigt, dass solche Kontrollen notwendig sind, zumal sie die einzige Möglichkeit sind, die wir haben“, meinte das Stadtoberhaupt.

Das Thema war gerade erst in der Sitzung des Ausschusses für Feuerschutz, Sicherheit und Verkehr angesprochen worden. Detlef Malzahn vom Seniorenberat lobte die Kontrollen, berichtete aber davon, dass während des gutbesuchten Fürstentreffs im Juli jugendliche Radfahrer auf dem Hinterrad durch die Hauptallee und Kirchstraße gefahren seien. Für Ratsmitglied Hans-Herbert Webel war damals Anlass genug, darum zu bitten, die Kontrollen im Fußgängerbereich zu verstärken und dabei auch die Gehwege einzubeziehen. „Nach meiner Beobachtung hat das Radfahren gerade dort sehr stark zugenommen“, bekräftigte er seine Forderung am Montag.

Webels Ehefrau Annegret ist Vorsitzende des Seniorenbeirates. Auch sie sprach sich gegenüber dieser Zeitung dafür aus, die Kontrollen zu verstärken. „Gerade alte Leute erschrecken sich, wenn ein Radfahrer angeflitzt kommt. Sie wissen oft gar nicht so schnell, wohin sie ausweichen sollen. Ein paar Kontrollen mehr könnten es schon sein.“ Ihrer Beobachtung nach sind es aber nicht nur Kinder und Jugendliche, die sich nicht an das Verbot halten, sondern häufig auch ältere Menschen. „Das geht quer durch alle Schichten“, meinte auch Ordnungsamtsmitarbeiter Mecke.



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