weather-image
14°

Zwei Verletzte / Feuerwehr rettet Bewohner

Großfeuer: Historisches Haus in Bückeburger Innenstadt brennt

Großeinsatz in Bückeburg - am Montagmorgen ist in Bückeburg in der Obertorstraße ein Feuer im Dachstuhl eines Mehrfamilienhaus ausgebrochen. Die Feuerwehr ist mit zahlreichen Einsatzkräften im Einsatz. Zwei Menschen wurden bei dem Feuer verletzt. Feuerwehrleute retteten einen Mann aus dem Haus. Die Obertorstraße ist voll gesperrt. Laut Polizei könnte die Sperrung bis Ende der Woche bestehen bleiben.

veröffentlicht am 04.02.2019 um 06:50 Uhr
aktualisiert am 04.02.2019 um 20:10 Uhr

a67f2a50-a001-4075-9d91-177a3c3446a3
Leonhard Behmann

Autor

Leonhard Behmann Volontär zur Autorenseite

BÜCKEBURG. Als Oliver Liese am Montagmorgen kurz nach 6 Uhr als einer der ersten Feuerwehrleute an der Obertorstraße eintrifft, schlagen bereits drei bis vier Meter hohe Flammen aus dem Dachstuhl eines im Jahr 1840 erbauten Mehrfamilienhauses. Sechs Bewohner sind zu diesem Zeitpunkt bereits aus dem Haus geflüchtet. Ein pflegebedürftiger Mann liegt allerdings noch in seinem Bett – er kann sich nicht aus dem brennenden Haus retten. Feuerwehrleute, die sich mit schwerem Atemschutz ausgerüstet haben, gehen sofort in die Erdgeschosswohnung. Die Helfer heben den Mann aus seinem Bett, setzen ihn in einen Rollstuhl, bringen ihn in Sicherheit und geben ihn in die Obhut des Roten Kreuzes. Die Rettungsassistenten müssen wenig später zwei weitere Bewohner untersuchen. „Sie haben eine Rauchgasvergiftung erlitten“, sagt Hauptkommissar Matthias Auer. Mit Rettungswagen wurden sie ins Klinikum Schaumburg nach Vehlen gebracht. „Die pflegebedürftige Person wurde in ein Heim gebracht. Die restlichen Bewohner sind in einem anderen Haus des Vermieters untergekommen“, erzählt Einsatzleiter Liese.

Rauch steigt auf, wabert durch die Straßen. Über Rundfunk werden Anwohner gewarnt und aufgefordert, Fenster und Türen zu schließen. Der stellvertretende Stadtbrandmeister Liese lässt zweimal Kräfte nachalarmieren. Freiwillige aus Bückeburg, Bergdorf, Müsingen, Scheie, Meinsen-Warber-Achum und Rusbend fahren zur Obertorstraße. Auch aus Rinteln und Stadthagen kommt Hilfe. Feuerwehrleute fahren mit einer Drehleiter und einer Hubrettungsbühne nach Bückeburg.

Während Atemschutz-Trupps das Feuer im Gebäude bekämpfen und nach weiteren Bewohnern suchen, nehmen andere Feuerwehrleute draußen den Brand von zwei Drehleitern und einer Hubrettungsbühne in die Zange. Einsatzleiter Liese schätzt, dass in dem Haus am Anfang Temperaturen von 1000 Grad Celsius geherrscht haben. Zwischenzeitlich bestand die Gefahr, dass das Feuer auf Nachbarhäuser übergreift. Die Gebäude stehen sehr eng nebeneinander. „Durch den schnellen Angriff von mehreren Seiten, konnten wir zum Glück ein Übergreifen der Flammen verhindern“, sagt Liese.

 

Ein Video unseres Reporters Fabian Hahn

Bis zum Mittag sind die Bückeburger Feuerwehrleute im Einsatz. Unterstützt werden sie auch von Einsatzkräften der Kreisfeuerwehr, die unter anderem mit einem unbemannten Flugobjekt angerückt ist. „Die Drohne hat eine Wärmebildkamera. Damit können wir aus der Luft nach Glutnestern suchen“, sagt Liese. Die Obertorstraße, die Scheier Straße und die Ulmenallee mussten für mehrere Stunden voll gesperrt werden. „Es kam zu starken Beeinträchtigungen im Verkehr. Busse konnten nicht mehr alle Haltestellen anfahren“, sagt Auer. Im Busverkehr kommt es auch heute weiterhin zu Behinderungen. „Die Omnibusse der Linien 2428, 2004, 2026 und die Bad Eilsener Kleinbahn haben aber nur wenige Minuten Verspätung – die Busfahrer müssen jetzt Umwege fahren“, sagt Andreas Bellersen, Disponent bei Rottmann und Spannuth Omnibusverkehre. Immerhin würden aber alle Haltestellen wieder angefahren. Auch die Grundschule am Harrl würde von den Schulbussen ohne Probleme angefahren, teilte Thomas Liepa, Sachbearbeiter bei den Schaumburger Verkehrsbetreiben auf Anfrage mit.

3 Bilder

Letzte Glutnester werden bekämpft

Das 178 Jahre alte Haus sei mit einer besonderen aus Eichenholz gefertigten Konstruktion versehen gewesen, heißt es von der Polizei. „Auf dem Dachstuhl war zudem eine markante Kuppel mit Wetterfahne angebracht – sie ist durch das Feuer komplett zerstört worden“, erzählt Auer. Brandermittler suchen nach der Ursache für das Feuer, das im Dachstuhl ausgebrochen sein soll. Die Polizei hat den Brandort beschlagnahmt. Das Mehrfamilienhaus ist nicht mehr bewohnbar. Die Obertorstraße bleibt nach Angaben der Polizei mindestens bis heute Vormittag voll gesperrt. Noch ist unklar, wie lange die Sperrung genau andauern wird. „Es kann sein, dass die Obertorstraße bis Ende der Woche nicht befahren werden kann“, sagt Auer. Die Lehmschlagdecken hätten sich mit Löschwasser vollgesaugt. Statiker sollen das Brandhaus inspizieren. „Es nicht ausgeschlossen, dass Teile einstürzen können“, sagt Auer. Am Montagnachmittag rückte eine Spezialfirma an. Von einer Hebebühne aus versuchten Arbeiter, das Dach zu sichern.

Pressesprecher Moritz Gumin



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt