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Für Kluck und Co. ist die 52:86-Pleite gegen Rekordmeister München ein unvergessliches Erlebnis

So fühlt sich eine Bundesliga-Lehrstunde an

Im Leben eines Sportlers gibt es Spiele, die man nicht vergisst. Die Partie gegen den deutschen Rekordmeister USC München ist für Martin Kluck so eins. Das liegt aber nicht daran, dass sich der Rollstuhl-Basketballer über die deftige 52:86-Pleite der chancenlosen Sünteltaler, die sich jetzt Hannover United nennen, schwarzärgerte. Für Martin Kluck und Co. war es das erste Bundesliga-Spiel überhaupt. „Und das hat mir unheimlich viel Spaß gemacht, auch wenn wir am Ende klar verloren haben.“

veröffentlicht am 05.10.2011 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 13.01.2017 um 12:41 Uhr

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Andreas Rosslan Sportreporter zur Autorenseite

Die Packung hatten die „Füchse“, die bei ihrem ersten Heimspiel in Misburg noch viel Lehrgeld zahlen mussten, schon kurz nach der Schlusssirene verdaut. Mit einem Sieg des Neulings gegen den Bundesliga-Dino hatte sowieso niemand gerechnet. Selbst United-Coach Harald Fürup nicht: „Klar, man kann gegen München verlieren. Aber 86 Punkte zu kassieren, ist zu viel.“ Vor allem das Umschalten von Angriff auf Abwehr (und umgekehrt) klappte noch nicht so, wie sich das der Trainerfuchs vorgestellt hatte.

Schon in den ersten Minuten bekamen die United-Rollis zu spüren, dass in einer der stärksten Ligen Europas ein anderer Wind weht als zuvor in der zweiten Liga. Vor allem Ben Döring, der zwölf seiner insgesamt 27 Punkte im ersten Viertel erzielte, bekam die zeitweise völlig überfordert wirkende Abwehr nicht in den Griff. Nach dem 6:6 (3.) war der Gegner laut Kluck „wesentlich wendiger und aggressiver als wir“. Ein Zwischenspurt der Münchener über 8:22 und 15:34 sorgte schon früh für die Vorentscheidung.

Der Klassenunterschied schlug sich schon im Halbzeitergebnis nieder: 25:43.

Coach Harald Fürup (links) gibt Tan Caglar taktische Anweisungen.
  • Coach Harald Fürup (links) gibt Tan Caglar taktische Anweisungen.

Nicht nur von dem Tempo des Spiels war Kluck beeindruckt: „Auf diesem hohen Niveau wird nahezu jeder Fehler eiskalt bestraft.“ Das bekamen die Füchse auch im Schlussviertel zu spüren: Nach einem 0:10-Run stand es plötzlich 35:66. Als gegen Ende der Partie der USC einen Gang zurückschaltete, nutzte Hannovers starker Neuzugang Kai Möller – mit 19 Punkten Top-Scorer seines Teams – die Gelegenheit zur Ergebniskosmetik. „Mehr war für uns nicht drin“, so Kluck.

Hannover United: Kai Möller (19 Punkte), Martin Kluck (15), Thomas Schröder (10), Tan Caglar (6), Kosta Tsatsoulis (2), Nico Röger, Andrea Seyrl, Felix Heise, Niko Kavazis, Eike Gößling und Michael Möllenbeck.

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