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Jagdgenossenschaft macht sich Sorgen

Zu wenig Hasen - da lohnt sich keine Treibjagd

Obernkirchen (sig). Osterhasen mag es ja noch genug geben, die Mümmelmänner in der freien Feldmark jedoch werden allmählich zur Rarität. Inzwischen erlegen die Jäger in unserer Region bereits mehr Rehe und Füchse als Schlappohren. Jagdpächter Willi Busche verkündete diese alarmierende Botschaft bei der Jahreshauptversammlung der für den Bereich Obernkirchen, Liekwegen, Krainhagen und Röhrkasten zuständigen Jagdgenossenschaft im Clubhaus der Schaumburger Golfer.

Ein geflügeltes Wort lautete früher: "Viele Hunde sind des Hasen Tod." Das galt sicher für die Treibjagden. "Aber die lohnen sich nicht mehr, weil es kaum noch Hasen gibt", stellte Willi Busche fest. Er lieferte gleich auch einige Begründungen nach, weshalb die Mümmelmänner kaum noch Überlebenschancen haben. Er nannte unter anderem das zunehmende Fehlen von Hecken, in denen sich die Hasen vor Greifvögeln verstecken können. Ohne eine solche Deckungsmöglichkeit hätten die Junghasen keine Chance, sich vor den Krähen und Elstern in Sicherheit zu bringen. Das zweite Problem sei der Einsatz großer landwirtschaftlicher Maschinen beim Bearbeiten der Felder und bei der Ernte. Sie verringern auch die Überlebenschancen der Feldhasen. Praktisch ausgelöscht seien die Wildkaninchen, unter anderem auch durch epidemisch auftretende Krankheiten. Vor 20 Jahren habe man in dem heimischen Jagdbereich noch bis 140 Stück geschossen, jetzt kein einziges Exemplar mehr. Die Liste der jagdlichen Erfolge sieht für das vergangene Jahr entsprechend karg aus. Erlegt wurden 18 Füchse, zwei Rehböcke und drei Ricken; vier Rehe fielen dem Straßenverkehr zum Opfer. Geschossen wurden außerdem 14 Tauben, zehn Elstern und sieben Krähen. Dazu kam ein Dachs, ein zweiter verendete auf der Straße. Wildschweine seien nicht so leicht zu schießen, ergänzte der Jagdpächter seinen Bericht. Wenn der Mond am Himmel steht, kämen sie nicht aus dem Wald heraus. Und sobald der Mais ausreichend hoch sei, ziehen sie sich dorthin. Neben den Füchsen seien die Wildschweine eben das intelligenteste Wild. Der Vorsitzende der Jagdgenossenschaft, Stadtdirektor Wilhelm Mevert, sprach von der Notwendigkeit, den Jagdkataster zu bereinigen. Er habe sich mit dieser Aufgabe bereits befasst. Da gebe es einige Flächen, die mitten in Baugebieten liegen. "Dort würde niemand die Jagdflinte hineinhalten", machte er deutlich. Durch die notwendigen Korrekturen sei die Gesamtfläche bereits von 448 auf rund 387 Hektar verringert worden. Diese Zahl werde dem Zentralverband mitgeteilt, weil die zu leistenden Beiträge danach ausgerichtet werden. Dem Stadtdirektor liegt ein Schreiben der Straßenbauverwaltung vor, in dem es darum geht, Straßenflächen als Jagdgebiet auszuweisen und dafür auch Zahlungen von der Jagdgenossenschaft zu erwarten. Wilhelm Mevert machte klar, dass es sich hierbei um keine bejagten Flächen handele und deshalb auch nicht gezahlt werde. Wahlen zum Vorstand der Jagdgenossenschaft standen nicht an. Im kommenden Jahr wird der neue Verwaltungschef und hauptamtliche Bürgermeister satzungsgemäß Vorstandsmitglied, was nicht bedeutet, dass er auch automatisch Vorsitzender ist. Wilhelm Mevert zeigte sich bereit, zumindest bis 2009 dieses Amt auszufüllen.

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