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Bürgerinitiative sieht Stadt in "hervorragender Position" für Berufung gegen Windkrafturteil

Windrad in Flugschneise für Großes Mausohr?

Rinteln (crs). Lohnt sich für die Stadt Rinteln im Streit um die Windräder bei Westendorf der Gang in die Berufung? Morgen entscheidet der Rat, wie es juristisch weitergehen soll. Weitere Munition für den Kampf gegen das Urteil des Verwaltungsgerichts liefert unterdessen die Bürgerinitiative gegen Windräder im Wesertal - und dabei geht es um das "Große Mausohr".

Lothar Kremser von der Bürgerinitiative sieht die Stadt dank "neuester Erkenntnisse" in einer "hervorragenden Position" für die Berufung gegen das Windkrafturteil. Der Grund: Der Kirchturm in Steinbergen - gut zweieinhalb Kilometer vom geplanten Windrad-Standort bei Westendorf entfernt - ist ein Quartier der geschützten Fledermausart "Großes Mausohr" und als solches vom Land Niedersachsen als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet nach der entsprechenden EU-Richtlinie ausgewiesen. Allerdings, so rügt die EU, sei dem geforderten Schutz des gesamten Lebens- und Nahrungsraumes nicht Genüge getan: Für das Große Mausohr seien zusätzlich auch Nahrungsflächen auszuweisen. Und die können sich durchaus in 15 Kilometern Entfernung befinden - womit die geplanten Windenergieanlagen in der Flugschneise zu den Nahrungsflächen liegen würden. Von einem Umweltplaner und Experten in Sachen Fledermausschutz hat sich Kremser bestätigen lassen: "Fledermausschutz genießt als öffentlicher Belang des Artenschutzes Vorrang vor dem privaten Interesse eines Windenergieanlagen-Investors." Dass die Stadt, wie Kremser hofft, durch diesen vom Gericht bislang nicht berücksichtigten Umstand in einer "sehr erfolgversprechenden Position" ist, bezweifelt Rintelns Erster Stadtrat Jörg Schröder: "Nach Auskunft von Experten der Unteren Naturschutzbehörde liegt die Fläche bei Westendorf nicht in den Jagdgründen des Großen Mausohrs", sieht Schröder kein zusätzliches Argument gegen die Windenergieanlagen. Die Ratssitzung beginnt morgen um 19 Uhr im Sitzungssaal, Klosterstraße 20.

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