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Generaldirektor und Schatzmeister des französischen Fußballverbandes im Gespräch in Schwöbber

Weserbergland als "kleine Ecke Frankreichs"

Aerzen/Schwöbber. Gänseleber wird es wohl kaum geben, wenn während der Fußballweltmeisterschaft die französische Nationalmannschaft im Schlosshotel Münchhausen einquartiert ist. "Sportlernahrung ist angesagt: viel Kohlehydrate wie Nudeln und Kartoffeln", stellt Hoteldirektor Karsten Wierig in Aussicht. Zu Gast in Schwöbber waren Jacques Lambert, Generaldirektor der Fédération Française de Football (FFF), sowie Schatzmeister Bernard Desumer, um Details zur Ausstattung der Zimmer, zur Verpflegung und zu den Sicherheitsvorkehrungen zu klären. "Eine Entscheidung über den Standort des Pressezentrums oder das Training ist noch nicht gefallen", so Wierig.

Die Franzosen, die ihre Unterkunft bereits bis zum Finale gebucht haben, zeigten sich optimistisch. "Natürlich fahren wir zur WM, um Erster zu werden", sagt Jacques Lambert. Doch auch "die wunderbare Unsicherheit der Sportwelt" spiele eine große Rolle: "Man kann nie wissen, was passiert." So ist sein größter Anspruch an die Unterkunft: "dass sie uns in sportiver Hinsicht Glück bringen wird". Rund 20 mögliche Quartiere hatte sich eine Delegation des französischen Fußballverbandes in Deutschland angesehen, zehn davon befinden sich im Westen Deutschlands, "in der Nähe der französischen Grenze", wie Generaldirektor Lambert erklärt. Ausschlaggebend für das Schlosshotel Münchhausen sei die ländliche Ruhe gewesen. "In den drei bis fünf Wochen, in denen wir - je nach Erfolg - hier residieren, sind Konzentration und Erholung wichtig", sagt Lambert und gesteht: "In erster Linie hat der Trainer das Hotel ausgesucht." Den Zuschlag habe die Unterkunft in Schwöbber "dem herzlichen Empfang durch die Gemeinde Aerzen und das Hotel zu verdanken". Die Chancen für Fans, ihre Vorbilder hautnah zu erleben, sind indessen gering. Möglichkeiten, Zidane, Henry und Co. nahe zu kommen, gebe es "generell nicht, weil die Fußballer Ruhe brauchen", so der Generaldirektor der FFF. Erste Priorität habe die sportliche Meisterschaft - und der Schutz der Spieler. "DieSicherheitsvorkehrungen werden relativ aufwändig werden", betont auch Hoteldirektor Wierig. Zuständigkeiten seien noch nicht ganz geklärt, "dabei brauchen wir bald Planungssicherheit". Damit die Fans aus dem Weserbergland während der Weltmeisterschaft dennoch französische Fußballluft schnuppern können, machten Jacques Lambert und Bernard Desumer der Gemeinde Aerzen zum Schluss der Gesprächsrunde noch ein Angebot. In der Domänenburg sollen, während die Franzosen in Stuttgart, Leipzig und Köln kicken sowie sichin Schwöbber erholen, Exponate der französischen Fußballgeschichte von der Fédération Française de Football ausgestellt werden. "Ab dem Jahr 1922 werden unter anderem alle Mannschaftsfotos zu sehen sein", kündigte Aerzens Bürgermeister Peter Bartels erfreut an. Ein Termin für die Ausstellung rund um die "runde Sache" war schnell gefunden: Am Montag, 15. Mai, soll sie eröffnet werden. Interessiert zeigte sich Jacques Lambert auch hinsichtlich der die Erwartungen und Ansprüche der Gastgeber an die Franzosen. Davon, dass die "ganze französische Presse von Radio, Zeitung und Zeitschrift" vor Ort sein wird, verspricht er sich positive Auswirkungen auf die heimische Wirtschaft und das Image des Weserberglandes. "Die Gegend gefällt mir sehr. Ich würde mich freuen, wenn die Region zu einer kleinen Ecke Frankreichs wird, wenn wir ein Stück französische Kultur mitbringen können." Zudem kündigte Lambert an, dass das französische Konsulat in Berlin Kontakt zur Gemeinde Aerzen aufnehmen möchte. "Sie werden Animation und Unterstützung zusagen."

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