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Verein verteilt "Kinder-Notfallkarten" mit Infos zu Ansprechpartnern

"Weil Kinder unschlagbar sind": Neue Wege zur Gewaltvorbeugung

Extertal (rd). Der Verein "Jugend und Kultur Extertal - JuKulEx" geht neue Wege zur Vorbeugung von Gewalt. Mit dem aktuellen "JuKulEx-Kinderinfo" werden in diesen Tagen an alle Extertaler Schüler der Klassen eins bis sechs so genannte "Kinder-Notfallkarten" verteilt.

JuKulEx-Mitarbeiterin Lore Heuer erklärt, was es mit den kindgerecht gestalteten bunten Karten im A 5-Format auf sich hat: "Mit diesen Karten wollen wir die Kinder darauf aufmerksam machen, dass sie ein gesetzlich zugesichertes Recht auf gewaltfreie Erziehung haben. Und wir nennen ihnen Adressen und Telefonnummern vom Kinderschutzbund und von Ansprechpersonen, an die sie sich wenden können, wenn sie in Not sind." Genannt sind auf der Karte neben den JuKulEx-Beschäftigten Lore Heuer und Albrecht Schäffer unter anderem Lehrerinnen und Lehrer sowie Vertrauenspersonen aus der Kirchengemeinde. Den Kindern wird versprochen, dass ihr Anliegen vertraulich behandelt wird. Gemeinsam mit den Kindern und - falls gewünscht - im Gespräch mit den Eltern soll ein Weg zu einer Lösung besprochen werden. Die Erzieherin betont, dass sich diese Aktion zwar an Kinder richtet, dass damit aber auch den Erwachsenen wieder ins Bewusstsein gerufen werden soll, "dass Kinder unschlagbar sind". Anlass für das Projekt war, dass im vergangenen Jahr bei den offenen Angeboten verschiedene Kinder von Streit, Schlägen und herabsetzender Behandlung im Elternhaus berichtet hatten. "Manche hielten das für ganz normal", berichtet Lore Heuer bestürzt. Mit der "Kinder-Notfallkarte" wird ein Projekt fortgesetzt, das am Weltkindertag 2005 begonnen hatte. Dort hatte im Rahmen eines Riesenspielfestes auch der Kinderschutzbund Rintelnüber aktuelle Angebote für Kinder und Erwachsene informiert. Die Erlöse aus den Aktionen zum Weltkindertag wurden nun für Gestaltung und Druck der "Kinder-Notfallkarte" in einer Auflage von 2000 Stück verwendet. Lore Heuer erläutert: "Auch die Eltern müssen in ihrem teilweise schwierigen Alltag gestärkt werden. Sie sollen dazu ermutigt werden, sich Hilfe zu holen, wenn sie mit dem Verhalten der Kinder nicht mehr zurechtkommen." Diesem Ziel soll auch eine Infoveranstaltung dienen, die in Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzbund Rinteln durchgeführt werden soll.

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