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Steinhuder Meer: Drei Menschen und ein Hund brechen ins Eis ein / In Rinteln: Still ruht der See

"Warum ist die Stelle denn nicht abgesperrt?!"

Steinhuder Meer/Rinteln. Traumwochenende bei strahlendem Sonnenschein und Minusgraden am Steinhuder Meer -Stresstage für Polizei, Rettungsdienst und die Steinhuder Feuerwehr. Drei Menschen brachen ins Eis ein, zwei verletzten sich auf dem Eis. Drei Mal rückte die Feuerwehr aus, um Tiere zu retten. In Rinteln sind Graft, Fockenkump, Kiesteiche und Doktorsee zwar zugefroren, doch keine der Eisflächen ist zum Betreten freigegeben. Die Gefahr einzubrechen ist zu groß.

Tausende tummelten sich am Wochenende auf dem zugefrorenen Steinhuder Meer, das aber - wie der Doktorsee - nicht durchgehend mit einer dicken Eisschichtüberzogen ist. Das wurde einem 50-Jährigen aus Minden am Sonntag kurz nach 12 Uhr zum Verhängnis. 100 Meter östlich der Insel Wilhelmstein brach der Mann ein. Er wurde von Passanten gerettet und auf die Insel gebracht. Von dort holte ihn der Rettungshubschrauber ab und brachte ihn ins Neustädter Krankenhaus, wo er auf der Intensivstation behandelt wurde. Der Mann war alleine unterwegs gewesen, hatte sich kurz zuvor von seiner Familie getrennt. Die Feuerwehr las die Familienmitglieder auf und fuhr sie mit dem Hydrocopter nach Mardorf. Wenig später, zehn Meter vom Ufer der Promenade in Steinhude: Ein Mann und sein Sohn brechen ein, Feuerwehrleute sind gerade vor Ort und holen beide aus dem eiskalten Wasser - und müssen sich auch noch böse Worte anhören, warum die Stelle nicht abgesperrt sei. Der Polizeihubschrauber kreiste immer wiederüber dem Meer und forderte die Menschen auf, das Eis zu verlassen. In der Wunstorfer Polizeiwache klingelte das Telefon immer wieder, die Frage wiederholte sich: Ist das Meer schon freigegeben? Antwort: Es wird nie offiziell freigegeben. Steinhudes Ortsbrandmeister berichtete von weiteren Einsätzen: Zwei Verletzte Menschen nach Stürzen, ein eingebrochener Hund, zwei entkräftete Jungschwäne. Auf dem Doktorsee drehte gestern Mittag Manfred Drescher (68) aus Möllenbeck seine Runden. Auf Schlittschuhen wollte er etwas für seine Gesundheit tun. "Aber in die Mitte des Sees würde ich keinesfalls laufen", sagte der Rentner, der sehr wohl weiß, das der See nicht - wie das Steinhuder Meer - flach ist, sondern erhebliche Tiefen aufweist. Zum Betreten freigegeben ist das Gewässer nicht, verboten ist das Schlittschuhlaufen aber auch nicht. Am Fockenkump bohrten Bauhofbedienstete der Stadt Rinteln gestern die Eisschicht auf, um zu messen: 11 Zentimeter - zu wenig, um das Okay der Stadtverwaltung zu bekommen. Die Stadtgärtner nutzten anschließend die Eisfläche, um beim Winterschnitt rasch voranzukommen.

  • Läuft nur am Rand: Manfred Drescher auf dem Doktorsee.
  • Beim Winterschnitt war die Eisfläche des Fockenkumps gestern hilfreich. Fotos (2): tol
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