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Vor Gericht: Drogenabhängige Arbeitslose macht Therapie

Waren für 20 Euro geklaut - Haftstrafe für 41-Jährige

Rinteln (maf). Sie kann es einfach nicht lassen: Nach sechs Vorstrafen wegen Diebstahls und insgesamt 19 Eintragungen ins Zentralregister wurde eine 41-jährige Rintelnerin im April 2005 erneut beim Stehlen ertappt. Amtsrichter Christian Rost verhängte nun einen Monat Haft gegen die arbeitslose Frau, die in einem Geschäft sieben Artikel im Gesamtwert von 20 Euro eingesteckt hatte.

Im April vorigen Jahres kaufte die Angeklagte in einem Supermarkt ein und bezahlte einen Teil der Ware an der Kasse. Dabei bemerkte die Verkäuferin, dass die Manteltaschen der aufgedreht wirkenden Frau gefüllt waren. Sie bat die Ladendiebin zurück und fragte, ob sie nicht etwas vergessen hätte. Tatsächlich hatte die Arbeitslose unter anderem Sekt, eine Kerze, Haarfärbemittel und Socken unbezahlt mitgehen lassen. "Es ist leider so passiert",äußerte die zur Tatzeit unter dem Einfluss von Beruhigungsmitteln stehende Angeklagte. Viele Jahre drogenabhängig, blickt sie seit langem in eine ungewisse Zukunft. Im November 2002 und Februar 2004 hatte das Rintelner Amtsgericht vierähnlich gelagerte Ladendiebstähle der reuigen Sünderin mit einer sechs- und dreimonatigen Haftstrafe geahndet. Da sich die heute 41-Jährige einer stationären Drogentherapie unterziehen wollte, wurden die Strafvollstreckungen damals aber zurückgestellt. Vor zwei Jahren begab sie sich dann auchin Behandlung, fühlte sich später von ihrem ehemaligen Freund bedroht und litt an Depressionen. Inzwischen ist die von Rechtsanwalt Marco Vogt verteidigte Frau an Hepatitis C erkrankt und beginnt in der nächsten Woche mit einer sechs Monate dauernden Interferontherapie.

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