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Stadtkommando erstellt Bedarfsplan für Brandschutz - Ergebnis: Obernkirchen kann auf keine Ortswehr verzichten

Während der Arbeitszeit wird die Personaldecke dünn

Obernkirchen (sig). Diese Frage bewegt nicht nur die Feuerwehren der Bergstadt: Was wird aus der immer wieder ins Gespräch gebrachten Umstrukturierung der heimischen Ortswehren? Hinter dieser Überlegung verbergen sich vor allem finanzielle Zwänge: Der Landkreis pocht darauf, dass der stringente Konsolidierungskurs eingehalten wird, der Stadtdirektor hat eine Haushaltssperre verhängt. In diesem Zusammenhang ist auch die Frage nach Konsequenzen im Feuerwehrwesen aktuell. Im Gespräch mit unserer Zeitung stellt der für diesen Fachbereich zuständige stellvertretende Stadtdirektor Bernhard Watermann dar, wie es weitergeht.

Watermann: "Wir sollten zunächst einmal feststellen, dass zum Zeitpunkt der Gebietsreform im Jahre 1974 der damalige Bürgermeister Ludwig Gundlach und der frühere Stadtdirektor Wilhelm Herbst mit den Ortschaften Krainhagen, Röhrkasten, Vehlen und Gelldorf einen Vertrag abgeschlossen haben, der den Fortbestand der Ortswehren verbindlich absichert." Im Zuge zunehmend knapper Kassen sei später aber immer häufiger die Frage gestellt worden: "Was benötigen wir wirklich, um den erforderlichen Brandschutz im heimischen Raum sicherzustellen?" Um eine brauchbare Richtschnur zu haben, hat der Landkreis der Stadt Obernkirchen zum Vergleich Landesbedarfspläne von Hessen und Nordrhein-Westfalen zur Verfügung gestellt. Der stellvertretende Stadtdirektor: "Wir haben festgestellt, dass dieses Landesrecht unterschiedlich gehandhabt wird. Erster Ansatz für unsere Überlegungen war die Frage: Sind alle Standorte nach wie vor erforderlich? Obernkirchen liegt sehr zentral. Vom Gerätehaus der Bergstadt aus können alle möglichen Gefahrenherde schnell erreicht werden. Um hier aber über präzisere Unterlagen zu verfügen, haben wir vom Stadtkommando einen Bedarfsplan für den Brandschutz erstellen lassen." Dieser Bedarfsplan weist laut Watermann sehr genau die Objekte aus, die im Ernstfall besonders gefährdet sind. Außerdem gibt er Auskunft über die dann bei Bränden oder anderen Ereignissen benötigte Zahl von Feuerwehrleuten. Watermann: "Diese Information ist sehr wichtig, weil nicht wenige von ihnen ihren Arbeitsplatz außerhalb von Obernkirchen haben und im Ernstfall tagsüber nicht oder nicht rechtzeitig zur Verfügung stehen. Nach diesen Erkenntnissen müssten wir sogar sechs statt der fünf derzeit vorhandenen Löschgruppen haben." Basis der vom Stadtkommando in Eigenarbeit erstellten Zahlen war ein von der Landesfeuerwehrschule Celle entwickeltes Richtwertverfahren. Bei den einzuschätzenden Risiken steht die Glasfabrik Heye an erster Stelle, obwohl es dort eine Werksfeuerwehr gibt. Es folgen mehrere landwirtschaftliche Höfe, die Maschinenfabrik Bornemann, die Biogasanlagen in Vehlen und Gelldorf und Seniorenheime. Natürlich stellt auch die dichte Bebauung der Innenstadt eine erhöhte Gefahrenlage dar. Nachdem Bürgermeister Horst Sassenberg bei der Jahreshauptversammlung der Vehlener Wehr angekündigt hatte, dass zur mittelfristigen Finanzplanung die Ersatzbeschaffung eines Löschfahrzeuges gehöre, hat das Rätselraten begonnen. Welche Wehr mag dann wohl an der Reihe sein? Auch Bernhard Watermann lässt die Antwort offen. Natürlich machen sich die Vehlener Blauröcke besondere Hoffnung, nachdem sie jahrelang vergeblich um ein neues Fahrzeug gekämpft haben. Aber auf diesem Feld halten sich Rat und Verwaltung weiterhin bedeckt. Eine Entscheidung aber scheint nach allen Auseinandersetzungen gefallen zu sein: Die Bergstadt wird ihre Stützpunktwehren (Obernkirchen und Gelldorf) sowie die drei Ortswehren (Vehlen, Krainhagen und Röhrkasten) behalten. Ihre Ausrüstung und Personalstärke sind im Ernstfall unerlässlich.

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