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Krainhäger Vorderladerschützen feiern 25-jähriges Bestehen

Von Schwarzpulver und Bleikugeln

Krainhagen (sig). Im Schwabenland und in der Schweiz will man damit das Böse vertreiben und den Frühling einläuten. Die Helden von Karl May gingen damit auf Büffeljagd. Und im Schaumburger Land schießt man damit Salut. Die Rede ist von den Vorderladergewehren, die sich in den Waffenschränken der Krainhäger Schützen befinden. Die Männerriege, die diese Gewehre liebt und pflegt, hat jetzt ihr 25-jähriges Bestehen gefeiert.

Mit den Vorderladern zu schießen, ist etwas ganz anderes als mit Luftgewehren oder Kleinkaliberwaffen. Das geht auch nicht so schnell, sondern erfordert mehr Vorbereitungszeit. Zunächst muss aus der mitgeführten Pulverflasche mit einem Ladestock die erforderliche Portion Schwarzpulver in den bis zu 85 Zentimeter langen Laufgeschoben werden. Darauf folgt die Bleikugel, die von den Schützen meistens selbst gegossen wird. Schließlich fehlt nur noch das Zündhütchen. Wird der Abzug betätigt, trifft der Hahn das Zündhütchen, und dessen Funke entzündet anschließend das Schwarzpulver. Etwa 30 Sekunden vergehen, bis die Waffe danach wieder startklar ist. "Beim Salutschießen benötigen wir keine Kugeln; da wird nur das Pulver mit einem Pfropfen aus Filz verdämmt, damit überhaupt ein Knall erzeugt werden kann", erklärt Günter Kaspar, der seit einem Jahrzehnt als Sprecher der Krainhäger Vorderladenschützen fungiert. Vor einem Vierteljahrhundert wurde diese Gruppe ins Leben gerufen. Bei einem Empfang anlässlich des Jubiläums erinnerte Günter Kaspar daran, dass damals Günter Brodthage aus Bad Eilsen und Ilse Kunze aus Lindhorst die ersten Majestäten waren, die vor 25 Jahren mit einem Salut inthronisiert wurden. Beide waren auch jetzt wieder dabei, zusammen mit anderen Gästen von befreundeten Vereinen. Nicht aus der Mode gekommen ist in Krainhagen der alte Brauch des Kugelgießens. Außerdem beteiligen sich die Vorderladerschützen an Rundenwettkämpfen mit Vereinen aus Elze, Eimbeckhausen, Stadtoldendorf, Boffzen und Hastenbeck, und zwar als einziges Team aus dem Schaumburger Land. "Wir sind inzwischen fast Exoten geworden und vom Aussterben bedroht", erklärte Günter Kaspar nach der Begrüßung der Festgäste. "Haltet deshalb Eure Vorderlader in Ehren!", rief er in Richtung des Vereinsvorsitzenden Karl-Heinz Struckmeier aus. Das versprach dann auch der langjährige Krainhäger Schützenchef, der in seinem kurzen Grußwort an die Gründer der Sparte erinnerte. Dazu gehörten Werner Hippe, Siegfried Wiede, Hermann Nottmeier, Friedrich Struckmeier und Herbert Zimmermann. Der Präsident des Kreisschützenverbandes Schaumburg, Harald Niemann, nutzte die Gelegenheit, um die aktiven Vorderladerschützen Frank Warnecke, Stefan Meier, Manfred Hanke, Siegfried Wiede und Otto Möller mit einer Ehrennadel auszuzeichnen, die Günter Kaspar schon in seiner Eigenschaft als Referent dieser Waffenart erhalten hatte.

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