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Edeltraut Müller verzichtet auf Ehrung / Rat konstituiert sich

"Von Brombach will ich nicht verabschiedet werden"

Bückeburg. Sie wollen sich alle wieder lieb haben und zum Wohle der Stadt arbeiten. Das war der deutlich betonte Geist, der am Donnerstagabend nach einem mit harten Bandagen geführten Wahlkampf um das Bürgermeisteramt über der konstituierenden Sitzung des Rates schwebte. Sprecher beider Gruppen im Rat als auch die haupt- und ehrenamtlichen Bürgermeister wünschten sich gegenseitig viel Glück, betonten, aufgerissene Gräben zuzuschütten und wieder vertrauensvoll zusammenzuarbeiten, so etwa der neue hauptamtliche Bürgermeister Reiner Brombach.

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Raimund Cremers Redakteur zur Autorenseite

Lediglich zweimal hielten sich die Protagonisten nicht an die vorgegebene Friedensparole. Zum einen verzichtete die ausgeschiedene ehrenamtliche Bürgermeisterin Edeltraut Müller auf eine offizielle Verabschiedung und Ehrung seitens der Stadt. Zum anderen erhielt der dritte stellvertretende Bürgermeister Raimund Leonhard acht Gegenstimmen von der Opposition, während alle anderen Entscheidungen einstimmig getroffen wurden. Ausdruck dessen,dass Teile der Opposition der Ansicht sind, dass zwei Stellvertreter des Hauptamtlichen auch gereicht hätten. In einer Mail an Bürgermeister Brombach hatte Edeltraut Müller im Vorfeld der Sitzung erklärt, dass sie auf eine Verabschiedung verzichte, wenn diese von Brombach persönlich vorgenommen werde. "Ich möchte ihnen nicht zumuten, sich eventuell freundliche Worte zu meiner Person einfallen lassen zu müssen." Wenn das älteste Ratsmitglied die Verabschiedung vornehme, wäre sie aber mit einer Ehrung einverstanden. In seiner Replik wies Brombach darauf hin, dass die repräsentative Vertretung der Stadt allein dem Bürgermeister obliege. Daher könne ihre Verabschiedung nicht durch eine andere Ratsperson vorgenommen werden. "Ich respektiere allerdings Ihren Verzicht auf eine Verabschiedung durch mich." So ganz glanzlos wurde die bisherige Frau an der Spitze der Stadt dann doch nicht verabschiedet. Ihre Ex-Parteigänger überreichten ihr einen dicken Blumenstrauß. "Wir sollten diese Ära mit dem Übergang vom ehrenamtlichen zum hauptamtlichen Bürgermeister nicht sang- und klanglos vorbeigehen lassen", sagte der neue Chef der Gruppe von SPD, FDP, Unabhängigen und Grünen, Bernd Insinger: "Unser Dank gilt Edeltraut Müller, die in den vergangenen vier Jahren die Stadt respektvoll und mit positiver Wirkung nach innen und außen vertreten hat". Die neue Ära werde in Form von Reiner Brombach verkörpert: "Wir freuen uns auf einvernehmliche und kontinuierliche Arbeit mit Ihnen zum Wohle der Stadt. Und immer das nötige Quäntchen Glück." Worte, die der neue Chef von CDU und Bürgern für Bückeburg, Christopher Wuttke, nur noch ergänzte: "Wir wünschen mehr ein gutes Händchen als Glück angesichts der bevorstehenden und zu erledigenden Probleme." Worte, die Brombach dadurch ergänzte, dass er sein Angebot wiederholte, er wolle mit allen vertrauensvoll und gedeihlich zusammenarbeiten. Im intensiven Wahlkampf aufgerissene Gräben wolle er zuschütten. Derlei Worte legte der neue Ratsvorsitzende Friedrich Rösener auf seine ganz eigene Art aus. Bis zum Ende der Legislaturperiode werde er sein Amt neutral führen und auf faire Diskussionen achten. Ansonsten gelte für alle: "Wenn es um Personen geht: Schnauze halten!"

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