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In der Samtgemeinde wird geschlemmt und getanzt

Vom "Kapitäns Dinner" bis zur Mitternachtssuppe

Eilsen. Es hat den Anschein, dass die meisten Menschen in der Samtgemeinde Eilsen das neue Jahr mit gedämpften Erwartungen und einem gehörigen Schuss Realismus begrüßt haben. "Eigentlich kann es doch nur besser werden; wir haben eine stabile Regierung, die jetzt die Chance für die richtigen Weichenstellungen hat", bekamen wir immer wieder zu hören. Und diese optimistisch stimmende Perspektive schien sich irgendwie auch im Ablauf der letzten Stunden des alten Jahres niederzuschlagen.

Die Restaurants und Gaststätten waren gut gefüllt. Bei mehr Familien als im Vorjahr blieb der heimische Herd kalt. Die Friseure bekamen am letzten Tag des Jahres noch einmal ordentlich zu tun. Und am frühen Abend griff man zur festlichen Garderobe, die sich im hinteren Bereich der Schränke befindet. Das übliche Abendbrot fiel häufig aus, denn schließlich wartete bei der Gastronomie ein komplettes Menü auf die Gäste oder sogar ein reichhaltiges Büfett mit warmen und kalten Speisen, wie zum Beispiel im Restaurant "Nautilus" und im "Heeßer Krug". "Kapitäns Dinner" nannte sich das Silvester-Angebot im "Nautilus". Da kamen die Fischfans so richtig auf ihre Kosten. Und auch im Hotel "Heeßer Krug" zeigte das Küchenteam, was es so alles drauf hat an schmackhaften Kreationen. Die Gäste durften während des Abends jederzeit noch einmal zugreifen. Sogestärkt, konnte man auch schon mal ein Gläschen mehr trinken. Und außerdem waren nahezu alle so vernünftig, das eigene Auto daheim zu lassen. Das Taxi war angesichts der doch erfreulich "zivilen" Preise durchaus noch drin. Wer sich einen Tisch im "Heeßer Krug" reservierte, konnte nach dem Dinner auch gleich das Tanzbein schwingen. Auffallend war die starke Abordnung aus Ahnsen. Selbst Bürgermeister Heinz Grabbe und der Chef des Luhdener Sportvereins, "Conny" Voigt, bewegten sich dort fleißig unter Girlanden und Luftballons. Das Restaurant "Nautilus" hatte sein Silvester-Angebot mit "Dinner und Dance" angekündigt. Um genügend Platz für die eigenen Abendgäste zu haben, hatte man vorher mit Karl Stramer die Vereinbarung getroffen, die Tanzlustigen nach dem Schlemmen ins Café Königsberg zu schicken. Als sich die Südseefische im Korallenriff des 3000 Liter umfassenden Meerwasseraquariums gegen 23 Uhr zum Schlafen legten, verließen dann auch etliche Gäste das Restaurant. Sie folgten kurze Zeit später der Einladung von Karl Stramer, der zu seiner elektrischen Gitarre griff und zum Beispiel den Schmusetanz "California blue" anstimmte. Dabei wurde es richtig eng auf der Tanzfläche des Cafés Königsberg. Um Mitternacht gab es hier für die Gäste noch eine deftige Gulaschsuppe. Vorher wurde aber erst noch kräftig gezündelt auf den Straßen in und um Bad Eilsen. Schon eine Viertelstunde vor dem Beginn des neuen Jahres schossen die ersten Raketen und feurige Fontänen in den schwarzen Nachthimmel. Vor allem an den Kreuzungen trafen sich die überwiegend jugendlichen "Feuerwerker", um sich bei ihrem Einsatz gegenseitig zu überbieten. An etlichen Stellen war die Fahrbahn förmlich übersät mit den Resten des mitternächtlichen Spektakels. Hier und da hatte man Sekt- und Weinflaschen als Startrampen für die Raketen genutzt und später vergessen. Erst als es gegen 1.45 Uhr kräftiger zu regnen begann, gab es nur noch gelegentlich durch zerplatzende Bündel von Kugeln ein nächtliches "Wetterleuchten". "Diesmal wurde deutlich mehr geballert als vor einem Jahr", rief ein Pärchen beim Heimweg. Das müsse ein Zeichen dafür sein, dass es wieder aufwärts geht. Wer möchte dieser Prognose widersprechen...

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