weather-image
Bauernmarkt: Angebotspalette wächst und wächst / Turnkreis: Sechs Stunden Konzert

Vom "Blue Caribic"-Aufstrich bis zur peruanischen Maca-Wurzel

Bad Eilsen (sig). Der 15. Bauernmarkt ist zum Wechselbad der Gefühle für die Organisatoren, für die Aussteller, aber auch für die Besucher geworden. Der kühle und regnerische Vormittag ließ zunächst die Erwartungen auf ein Gelingen der Veranstaltung sinken. Als es zur Mittagszeit plötzlich aufhellte und sogar die Sonne durchkam, strömten noch Tausende in den Kurort und sorgten dafür, dass Parkplätze zur Rarität wurden.

Das Engagement der rund 70 Aussteller, die morgens mit sorgenvoller Miene zum Himmel schauten, wurde so letzten Endes doch noch belohnt. Von einigen war zu hören, dass sie sich trotz zeitgleicher Veranstaltungen an anderen Standorten gern wieder für Bad Eilsen entschieden haben. "Wir haben mit diesem Markt gute Erfahrungen gemacht und bleiben bei unserer Entscheidung", lautete ihre Begründung. Zweifellos ein Gewinn für den ersten Bauernmarkt dieses Jahres war das Rahmenprogramm. Es bestand aus einem sechsstündigen Konzert der Spielmannszüge aus Ahnsen, Liekwegen und Rolfshagen und des Krainhäger Blasorchesters. Die zum Turnkreis Schaumburg gehörenden Ensembles wechselten sich ab, aber es gab auch einen halbstündigen gemeinsamen Auftritt. So viele Musiker hat der Englischen Garten in den vergangenen Jahren zeitgleich noch nicht erlebt. Bernd Schönemann, der Vorsitzende des Kur- und Verkehrsvereins, erinnerte bei der Eröffnung daran, dass beim ersten Bauernmarkt am 9. Mai 1999 zum Zeitpunkt der Kirschbaumblüte gerade mal 14 Stände gezählt wurden. Danach sei die Zahl der Aussteller und damit auch Attraktivität dieser Veranstaltung ständig gestiegen. Dafür bedankte er sich besonders bei der Touristikmanagerin Elke Dralle, die vom zweiten Markt an die Ausrichtung verantwortlich übernahm. "Die Initialzündung haben wir dem früheren Landwirt Heinrich Struckmeier aus Krainhagen zu verdanken", erinnerte sich Schönemann. Er habe als Mitglied des Bauernmarktvereins Hannover auf diesem Gebiet viele Erfahrungen gesammelt und brachte sie dann in Bad Eilsen ein. Viele Jahre nahm er an den Märkten im Kurort teil, bis sein Ruhestand begann. Struckmeier war als Besucher am Sonntag wieder dabei und freute sich, was aus dieser Veranstaltung im Laufe der Jahre geworden ist. Auch diesmal gab es wieder viel zu sehen und zu kaufen, vor allem natürlich Produkte aus der ländlichen Region von der Kohlpflanze über Obst und Gemüse, Käse und Wurstwaren, Brot und Kuchen, geräucherte Forellen, Honig bis zum großen Sortiment an floristischen Erzeugnissen sowie Dekorationen für Haus und Garten. In den Räumen der Kurverwaltung wurden viele schnuckelige Kuscheltiere, Garne, Puppenkleidung, Schmuckkarten und Kissen mit Dinkel oder Kirschkernen angeboten. Zu dem wie immer sehr gefragten Torten- und Kuchenbüfett hatten diesmal der TSV Bad Eilsen, der örtliche Schützenverein, die evangelische Kirchengemeinde und die vier mitwirkenden Musikzüge beigetragen. Die kulinarische Palette war ohnehin wieder außerordentlich umfangreich. Die Hausfrauen konnten sich einen arbeitsfreien Tag nehmen. Erstmalig wurde eine Hirschbratwurst angeboten. Der Elsässer Flammkuchen erfreute sich einer ebenso großen Nachfrage wie die Erbsensuppe mit Wurst, die Kartoffelpuffer oder die westfälischen Pickerts mit Rosinen. Bei den Brotaufstrichen gibt es neue Kreationen. Eine exotische Sorte hieß "Blue Caribic". Sie enthielt Banane, Ananas, Kiwi und Kokosnuss. Außerdem wurden Gelees aus Löwenzahn und aus der kultivierten mährischen Eberesche verkauft. Zum Würzen konnte der Feinschmecker unter anderem zwischen Kirschsenf mit Rum und Sanddornsenf mit Chilli wählen. Wer seinen Cholesterinspiegel verbessern und Fett in den Muskeln abbauen wollte, dem wurden Bio-Produkte angeboten. Es soll auch Besucher gegeben haben, die sich für die peruanische Maca-Wurzel interessierten, deren Inhaltsstoffe Energie und Ausdauer spenden und das Liebesleben aktivieren sollen. Das hatten die niedlichen Kaninchen - ausgestellt von Lindhorster Züchtern - nicht nötig, deren zahlreicher Nachwuchs von den Kindern gestreichelt wurde. An anderer Stelle präsentierten sich die Obernkirchener Rassegeflügelzüchter mit stattlichem Hühnern, krähenden Hähnen und einigen Enten.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare