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Zwei andere Lösungen gibt es fast zum Nulltarif / 15 Prozent der Eltern bisher für Ganztagsschule

Viel zu teuer: Der Umbau der Pausenhalle ist vom Tisch

Rehren (maro). Noch gibt es keine Entscheidung, ob und wann und in welcher Form die Grundschule in eine Ganztagsschule umgewandelt oder ihr Angebot um eine Ganztagsbetreuung erweitert wird. Doch bereits jetzt "macht die Verwaltung ihre Schularbeiten", wie es Verwaltungsvize Thomas Priemer bei der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses am Donnerstag nannte. Erster Schritt dazu: AlternativeÜberlegungen zur Einrichtung einer Mensa. Dabei ist der Umbau der bisherigen Pausenhalle zunächst vom Tisch. Die dafür erforderlichen 90 000 Euro möchte der Fachausschuss nicht verantworten.

Zwar ist ein Pausenhallenumbau der Favorit von Schulleitung, Lehrerkollegium und der beteiligten Elternschaft, doch Torben Sven Schmidt - bisher ebenfalls Fürsprecher dieser Lösung - brachte das Gegenargument auf den Punkt: "Mit 90 000 Euroüberschreiten wir die Schmerzgrenze." Wie Friedhelm Liwack vom Bauamt erläuterte, lässt sich der Umbau jedoch nicht billiger machen. Es müsste eine Stahlbetonsohle mit isolierendem Estrich eingebaut werden. Außerdem neue Tür- und Fensterelemente, Wärmedämmung, Brandschutzmaßnahmen und Heizkörper. Thomas Priemer hatte noch ein Gegenargument: "Da haben Eltern undLehrer jahrelang um diese Pausenhalle als Wetterschutz für die Schüler gekämpft und unzählige Arbeitsstunden in den Bau investiert. Wie wollen wir den zahlreichen Sponsoren und freiwilligen Helfern klar machen, dass ihre Eigenleistung jetzt plötzlich ganz anders genutzt werden soll?" Jetzt stehen zwei andere Lösungen zur Debatte, die fast zum Nulltarif zu haben sein werden. Die erste Variante geht davon aus, den bisherigen Besprechungsraum neben der Schulküche im Erdgeschoss mit dem Raum für das Reinigungspersonal zu einem 38 Quadratmeter großen Raum zu vereinigen, in dem 40 Essensplätze untergebracht werden können. Dazu müsste nur eine Zwischenwand entfernt werden. Kostenpunkt: 2 500 Euro. Vorteil für Liwack: Es gibt einen direkten Durchgang zur bestehenden Küche. Nachteil: Die 40 Plätze reichen vielleicht nicht aus. Darum denkt die Verwaltungüber die Umwandlung des bisherigen Musikraums in eine Mensa nach. Dort hätten auf gut 57 Quadratmetern 64 Kinder ausreichend Platz, Umbaukosten würden hier nicht entstehen, und der Musikraum würde in einen etwas kleineren Gruppenraum im Bereich der ehemaligen Vorschule oder in den PC-Raum im Untergeschoss umziehen. Welcher Lösung der Bau- und Planungsausschuss den Vorzug geben will, hängt jetzt vom tatsächlichen Platzbedarf ab. Nach bisherigen Elternbefragungen haben sich rund 15 Prozent von ihnen für eine Ganztagsschule ausgesprochen. Das würde etwa 40 bis 50 Schülern entsprechen. Jetzt will der Ausschuss abwarten, was nach der unverbindlichen Absichtserklärung der Eltern übrig bleibt. Erst wenn verbindliche Anmeldungen vorliegen, will der Ausschuss entscheiden, welche der beiden Lösungen kurzfristig realisiert wird. Vorher wird sich allerdings noch der Schulausschuss mit dem Thema beschäftigen. Außerdem waren sich alle Ausschussmitglieder einig, dass auch das Lehrerkollegium noch von der preiswerten oder gar kostenlosen Lösung überzeugt werden muss. Priemer räumt ein, dass sich die Lehrer bei den jetzt favorisierten Lösungen an neue Arbeitsabläufe und Wege gewöhnen müssen. Ein Argument für die Pausenhalle möchte er allerdings nicht gelten lassen: Eine dortige Mensa - so war zu hören - würde die Schule nicht mit Essensgerüchen belästigen. Priemer: "Wenn es in der Schule ab 13 Uhr etwas nach Essen riecht, behindert das nicht den Schulbetrieb."

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