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Wie Kindergarten-Kinder auf den Schulweg und einen möglichen Ernstfall vorbereitet werden

Unfalltraining: Mädchen packen schneller zu

Obernkirchen (sig). Der Koffer des Rettungssanitäters war voll mit allerlei Dingen, mit denen Kinder ohne Einweisung kaum etwas anfangen können. Aber Stück für Stück arbeitete sich der Mitarbeiter des Arbeiter-Samariterbundes, Horst Hillen, durch diese Ausrüstung, die er für den Ernstfall in seinem Fahrzeug bei sich führt. Um ihn herum saßen im Kindergarten am Kammweg sehr junge Seminarteilnehmer, die sich aber gar nicht ungeschickt beim Erste-Hilfe-Kurs anstellten.

"Es hat gute Gründe, dass wir diese Ausbildung unseren insgesamt 38 Vorschülern an zwei hintereinander folgenden Tagen anbieten", erklärte die Leiterin des Kindergartens, Waltraud Denocke. Sie sollen gründlich auf das vorbereitet werden, was sie nach den Sommerferien erwartet - und dazu gehört vor allem der Schulweg mit seinen Gefahren. Die Jungen und Mädchen bezeichnen sich nicht ohne Grund als "Schulmannschaft" und sind stolz darüber, dass sie seit einiger Zeit gezielt auf den nächsten Lebensabschnitt vorbereitet werden. Die Erzieherinnen Katharina Peterson und Viola Vehling begleiten zurzeit eine Veranstaltungsreihe, die unter dem Motto "Schulweg/Verkehrssicherheit" steht. Zusammen mit zwei Experten für Verkehrserziehung, die von der Polizei in Schaumburg gestellt wurden, übte die Kinderschar das Überqueren von Straßen an Stellen, die nicht durch eine Verkehrsampel gesichert sind. Sie wurden auf die Gefahren aufmerksam gemacht, die an unübersichtlichen Standorten innerhalb des Stadtgebietes oder am Ortsrand drohen. Vorweg lernten die Vorschüler die Bedeutung der verschiedenen Verkehrszeichen kennen. "Wer amöffentlichen Verkehr teilnimmt, sollte auch in der Lage sein, im Ernstfall Hilfe zu leisten", unterstrich die Kindergartenleiterin. Deshalb sei die Unterweisung in Maßnahmen zur Ersten Hilfe sinnvoll, auch schon für die angehenden Abc-Schützen. So kam es zu dem zweitägigen Kurs mit dem Rettungssanitäter und Gesundheitsberater Horst Hillen und seiner Kollegin Dorthe Bornemann. Den in kleinere Gruppen aufgeteilten Kindern zeigten die beiden, wie man Verletzte richtig lagert und Wundverbände anlegt und verschließt. Für den Fall, dass es dabei regnet, wurden die ausgewählten "Verkehrsopfer" in eine wasserabweisende dünne Metallfolie eingehüllt. Dabei zeigte es sich, dass die Mädchen meistens behutsamer mit den zu behandelnden "Verletzten" umgingen als die Jungen und auch schneller zupackten. Der praktische Teil der Ausbildung endete mit einem Gang zum Rettungswagen, dessen Funktion und Ausstattung den jungen Kursteilnehmern gründlich erläutert wurde. Auch die Erzieherin Viola Vehling begrüßt alle Aktionen, die unternommen werden, um die Vorschüler auf alles vorzubereiten, was sie nach dem Abschied vom Kindergarten und dem Start in der Schule erwartet. "In diesem Fall bereitet das Älterwerden noch Spaß; sie sehen das als besonderes Vorrecht an, mehr wissen und lernen zu dürfenals die jüngeren Jahrgänge."

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