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Krieg und Terror schrecken Reisende eher

Touristen scheuen Tsunamigebiete nicht

Bückeburg (aj). Eine Umfrage bei den Bückeburger Reisebüros zeigt, dass die Angst vor einer zweiten Tsunamiwelle bei Südostasientouristen wieder deutlich abgenommen hat.

"Wir haben so gut wie keine Veränderungen im Reiseverhalten unserer Südostasienkunden wahrgenommen", sagt Jürgen Holtkötter vom Bückeburger OK-Reisebüro. "Schließlich können Naturkatastrophen einen überall treffen", meint er. Viel größere Auswirkungen auf das Reiseverhalten der Kunden hätten hingegen von Menschen verursachte Krisen, wie die Terroranschläge in New York oder der Golfkrieg. "Was einmal passiert ist, kommt so schnell nicht wieder", findet auch Reiseverkehrskaufmann Helmut Beneke vom Alltours-Reisecenter. Helmut Beneke: "Die Kunden sprechen einen zwar noch auf die Katastrophe an, aber mehr, weil sie sichüber die Fertigstellung der Infrastruktur Gedanken machen." Doch ganz so ungetrübten südostasiatischen Urlaubsfreuden dürften nicht alle Reisenden entgegengeblickt haben. "Das alte Nachfrageniveau ist noch nicht wieder ganz erreicht, obwohl viele Reiseveranstalter versucht haben, die Kunden mit Preisnachlässen wieder in die Tsunamiregionen zu locken", erklärt Jochen Mrozvom Reisebüro an der Stadtkirche das scheinbar duldsame Kundenverhalten. "Das Hauptproblem ist derzeit, dass viele Urlauber alle Tsunamigebieteüber einen Kamm scheren. Dabei sind die Zerstörungsgrade und auch die Fortschritte beim Wiederaufbau keineswegs überall gleich", sagt Elke Hägermann vom Reisebüro an der Schulstraße. "Bei Neukunden ist die Scheu, in die Region zu fahren, deshalb auch viel größer. Stammkunden, die die Gebiete kennen, reisen hingegen schon wieder." Dennoch profitieren Reisegebiete wie Südafrika, die USA und Mexiko von der Flutwelle. "Südafrika boomt", sagt Hägermann. "Schließlich ist die Auswahl der Sonnenstrände, die man in zehn bis zwölf Stunden erreichen kann, nicht unbegrenzt groß."

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