weather-image
SPD-Kandidatenkür-Managerin Neumann-Tietzer überrascht vom Ausgang

"Tja, das ist halt Basisdemokratie"

Stadthagen (ssr). "Tja, das ist halt Basisdemokratie." Mit diesen Worten hat Merve Neumann-Tietzer, die beim SPD-Stadtverband die Bürgermeisterkandidatenkür gemanagt hat, gestern die Nominierung von Bernd Hellmann und die Niederlage des Partei- und Fraktionschefs Karsten Becker kommentiert. Wie berichtet, war Becker sowohl von allen Ortsvereinsvorsitzenden als auch vom Stadtverbandsvorstand empfohlen worden. Sie sei vom Ergebnis überrascht worden, räumte Neumann-Tietzer ein.

Auf die Frage, ob die Parteifunktionäre die Stimmung an der Basis falsch eingeschätzt haben könnten, antwortete Neumann-Tietzer: "Wir kennen ja nicht alle Mitglieder. Als ich in den Saal kam, habe ich viele gar nicht gekannt. Die kamen aus Enzen oder von sonst woher." Die Findungskommission habe ihre Empfehlung für Becker vor allem "aus den guten Erfahrungen mit ihm in der täglichen Partei- und Fraktionsarbeit" hergeleitet, sagte Neumann-Tietzer. Sie fügte nachdenklich hinzu: "Aber vielleicht hat die Basis ja ganz andere Kriterien als wir." In jedem Fall werde Hellmann "die vollste Unterstützung des Parteivorstandes genießen - wir ziehen mit voller Kraft gemeinsam in den Wahlkampf", versicherte die stellvertretende Stadtverbandschefin. Hellmann kommentierte seine Nominierung gestern auf Anfrage mit den Worten: "Siegessicher war ich nicht gewesen, hatte mit einem knappen Ergebnis gerechnet, aber natürlich gehofft, dass es für mich reicht." Dass nun sogar ein recht deutliches Resultat dabei herausgekommen sei, "gibt natürlich schon mal kräftigen Rückenwind für den Wahlkampf". Hellmann wünscht sich, dass Becker als Partei- und Fraktionschef weitermacht "und wir als Team unsere gemeinsamen politischen Ziele für Stadthagen erreichen". "Diese Unterstützung wird er von mir selbstverständlich erhalten", bestätigte Becker gestern seine schon am Vorabend gemachte Zusage. Er werde alles tun, für die SPD einen erfolgreichen Wahlkampf zu organisieren, so Becker: "Die Aufgabe, die ich übernommen habe, werde ich nun auch vernünftig abarbeiten." Ob er wieder für den Stadtrat kandidieren werde, "das will ich nicht so kurzfristig nach diesem Ergebnis entscheiden", sagte Becker auf Nachfrage. Dazu seien auch Beratungen in den Gremien nötig, "nachdem das ein Stück weit verarbeitet ist". Die Fraktion tage kommenden Montag. Völlig klar sei aber, dass "die SPD in Stadthagen von sofort an von einem anderen Gesicht und einer anderen Stimme repräsentiert wird", fügte der Partei- und Fraktionschef hinzu. Das habe die Partei so gewollt "und das respektiere ich". In der Analyse seiner Niederlage sagte Becker: "Die Partei hat sich mit eindeutigem Votum gegen die Empfehlung des Vorstandes entschieden. Dafür übernehme ich die politische Verantwortung." Der einzige Aspekt, dem er am Tag nach seiner Niederlage "etwas abgewinnen kann", sei: "Ich freue mich darüber, dass die Mitglieder, mit denen ich seit vielen Jahren im politischen Alltag zusammenarbeite und die meine Arbeit kennen, mich unterstützt haben."

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare