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Pädagogik-Experte hält Vortrag beim "3. Bildungsforum Adolfinum"

Thema: Der rasante Wandel der Jugend in den letzten 50 Jahren

Bückeburg. Mit dem Vortrag "Der rasante Wandel der Jugend in den letzten 50 Jahren - Beobachtungen und Deutungen eines Erziehungswissenschaftlers" beginnt am Dienstag, 14. Februar, um 19.30 Uhr das "3. Bildungsforum Adolfinum". Referent im Forum des Gymnasiums ist Prof. Dr. Ernst Cloer.

Die Jugendforschung ist sich darin einig, dass Jugend sich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einschneidend gewandelt hat. Dieser Wandel soll in zehn Thesen beschrieben werden. Dabei muss man sich bewusst halten, dass wissenschaftliche Beschreibungen sehr stark verallgemeinern. Sie berücksichtigen selten die Vielgestaltigkeit der Jugend nach Geschlecht, Herkunftskultur, Herkunftsregion, Schichtzugehörigkeit oder individueller Ausprägung. Man muss sich gleicherweise bewusst halten, dass auch wissenschaftliche Beschreibungen immer zugleich Deutungen sind. In den Thesen wird also nicht so etwas wie die objektive Wahrheitüber die heutige Jugend verkündet, sondern es werden Deutungsangebote gemacht. Einige dieser Angebote werden für die Hörer zustimmungsfähig sein, andere werden provozieren. Beides kann fruchtbar werden für die nachfolgende Diskussion. Den Wandel der Jugend und ihrer Kultur kann man nicht isoliert erfassen. Er ist nicht zu verstehen, ohne dass man ihn einbettet in den familialen, gesellschaftlichen undökonomischen Wandel. Das Verstehen des Wandels erleichtert der kontrastive Blick: Es sollen die Aufwachsbedingungen in zwei Generationengestalten vergleichend gegenübergestellt werden - bei den Kriegs- und Nachkriegskindern einerseits (zu diesen gehört der Vortragende) und bei den seit den 1970er Jahren Geborenen andererseits. Inhaltlich interessieren pädagogische, anthropologische und philosophische Zusammenhänge - also die Frage: Welche Wirkungen haben der jugendkulturelle Wandel und seine Kontextbedingungen auf die Ermöglichung oder Erschwernis von Selbstwerterfahrung sowie auf die jugendliche Bildungs-, Orientierungs- und Identitätsfindungsprozesse? Prof. Dr. Ernst Cloer war bis 1977 Professor für Allgemeine Pädagogik an der Universität Hildesheim.

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