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Karlheinz Soppe 25 Jahre Chef des Bauamtes / Innenstadtsanierung sein Werk

Stadtsanierung kostet Nerven und beschert die ersten grauen Haare

Bückeburg (gp). Große Auftritte und Gesten sind Karlheinz Soppes Sache nicht - entsprechend schlicht und ohne Aufhebens fiel das "silberne Arbeitsjubiläum" von Bückeburgs Bauamtschef aus. Hintergrund: Am 1. Februar 1981, also vor 25 Jahren, hatte der heute 61-Jährige seinen Job im Rathaus angetreten. Seine heutigen Mitarbeiter nutzten die Gelegenheit, um sich bei ihrem Chef für ein viertel Jahrhundert guter und erfolgreicher Zusammenarbeit zu bedanken. Auch Bürgermeister Reiner Brombach, seit 17 Jahren Soppes unmittelbarer Dienstvorgesetzter, sparte nicht mit Lob. "Uns verbindet eine enge, von Fairness und gegenseitigem Vertrauen geprägte Zusammenarbeit."

Der Jubilar selbst kann sich nach eigenem Bekunden "keinen schöneren und interessanteren Arbeitsplatz und Aufgabenbereich" als den des Bückeburger Bau- und Planungschefs vorstellen. Er habe die Stadt bis zur Ausschreibung des Postens überhaupt nicht gekannt, sich dann aber bei seinen Erkundungstripps vor Abgabe der Bewerbung sofort in die "attraktive und geschichtsträchtige" Umgebung verliebt". Bis zurÜbergabe der Ernennungsurkunde durch den damaligen Bürgermeister Helmut Preul musste der studierte Architekt allerdings noch etliche Hürden überwinden. Der Posten war heiß begehrt. Die endgültige Entscheidung zu Gunsten Soppes fiel erst nach einer öffentlichen Anhörung der aussichtsreichsten Kandidaten im Rat. Dabei konnte der damals 36-Jährige einen entscheidenden Vorteil in die Waagschale werfen: Er hatte sich bis dato als Bauamtsleiter in Lehrte um Verkehrsberuhigung und Innenstadtsanierung gekümmert. Ähnliche Aufgaben standen auch in Bückeburg an. Die Umgehungsstraßen waren im Bau, die neue innerstädtische Verkehrsführung in der Vorplanungsphase. "Da habe ich meine ersten grauen Haare bekommen", denkt Soppe heute schmunzelnd an die zum Teil heißen Diskussionen während der Bürgerversammlungen zurück. Zu Qualität und Erfolg seiner Arbeit in und für Bückeburg mag sich Soppe nicht äußern. Er sei froh und natürlich auch ein bisschen stolz, eine so wichtige Entwicklungsphase mitgestaltet zu haben, so sein zurückhaltendes Fazit. Als "überzeugende Lösung" wertet er bis heute die Fußgängerzone. Und "nicht gerade unzufrieden" ist er auch mit dem Ergebnis der während seiner Amtszeit durchgezogenen Innenstadtsanierung. Während des 1995 angeschobenen Programms seien immerhin 28 Millionen Euro in die Erhaltung der Lebens- und Zukunftsfähigkeit Bückeburgs geflossen. Soppe selbst hatte dabei eine Art "Vorreiterrolle" gespielt. Bereits in den 80er Jahren bauten er und Ehefrau Heike mit wenig Geld und viel Geschmack ein altes, vom Verfall bedrohtes Fachwerkhaus an der Neuen Straße zu ihrem bis heute genutzten Familiendomizil aus - "ohne jeden Pfennig Förderzuschuss", wie der zweifache Familienvater im Nachhinein betont. "Bückeburg hat sich in vielfältiger Weise zum Besseren verändert", zieht Soppe eine für die Stadt insgesamt positive Zwischenbilanz. Dazu gehören auch und vor allem die in nahezu allen ländlichen Ortsteilen angeschobenen Dorferneuerungsprogramme sowie die Ausweisung einer ganzen Reihe neuer Wohn- und Gewerbegebiete. Ein dickes Dankeschön spendet der Bauamtschef in diesem Zusammenhang seinen Mitarbeitern. Die gaben das Lob dieser Tage durch Überreichen einer kleinen, inoffiziellen "Jubiläumsurkunde" zurück. Unter Soppes Leitung habe sich das Amt "zu einer Institution und einer hervorragenden Adresse dieser Stadt entwickelt", ist dort zu lesen.

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