weather-image
Zweijähriges Pilotprojekt in Stadthagen ohne Probleme gelaufen / Große Fraktionen für Abschaffung

Sperrstunde ist nur noch ein Auslaufmodell

Stadthagen (jl/ssr). Sperrzeiten in der Stadthäger Gastronomie hat es in den beiden vergangenen Jahren nicht gegeben. Da konnten die heimischen Gastronomen immer "mit gutem Gewissen am Zapfhahn stehen, wenn die Gäste mal etwas ausgelassener waren und länger blieben", wie es Norbert Kosse vom "Dudelsack" formulierte. Die zwei Jahre waren eine Pilotphase, die nach dem Willen führender Ratspolitiker zum Dauerzustand ohne Sperrzeiten werden soll.

Anfang dieser Woche hat der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU) Bilanz des zweijährigen Pilotprojektes gezogen: "Die zweijährige Überprüfung der Verordnung innerhalb eines Pilotprojektes zur Verkürzung der Sperrzeiten spricht eine deutliche Sprache. Eine staatliche Reglementierung, zu welchen Zeiten Lokale geschlossen haben müssen, ist überflüssig", wird der Minister in einer Presseerklärung zitiert. Teilgenommen haben landesweit 23 Kommunen. Eine davon war Stadthagen.Überwacht wurde der Versuch anhand eines Kriterienkatalogs - und bei der Auswertung hat die Kreisstadt im Sinn des Versuchsziels bestens abgeschnitten. Es habe keine Probleme wegen verlängerter Öffnungszeiten gegeben, sagte Ordnungsamtsleiter Edwin Schmidt auf Anfrage. Die gleiche Feststellung gilt nach seinen Worten auch für die Polizei. Bei den Stadthäger Gastronomen ist die Stimmung zum Thema Abschaffung der Sperrzeiten bestens, wie Nachfragen ergaben. "Das kann nur zum Positiven hingehen", meinte Rolf Parno, der Vorsitzende des Dehoga-Verbandes Stadthagen-Land. "Von mir aus kann das so bleiben", sagte Kay Krömer vom "Markt 16". "Im Alltag hat das für uns kaum Auswirkungen, aber an Wochenenden und vor allem bei Veranstaltungen ist die Abschaffung der Sperrstunde sinnvoll", ergänzte er. Für den "Kanapee"-Wirt Heinz Klussmann sieht es ähnlich aus: "Wir müssen bei Aktionen keine Ausnahmegenehmigungen mehr beantragen." Und weg falle auch das das Hinauskomplimentieren von Gästen, "wenn es wochentags 2 Uhr ist". "Das ist auch ein Stück Lebensqualität", meinte der "Pflaumenbaum"-Wirt "Ecki" Matuschek zur Option, die Kneipe wochentags länger als bis 2 Uhr und sonnabends länger als bis 3 Uhr zu öffnen. Die Stadtverwaltung ist laut Ordnungsamtsleiter für die Abschaffung der alten Regeln und will die Sache im Frühjahr in die Politik bringen, wie es Schmidt ausdrückte. Im Rat der Stadt werde die Neuerung mutmaßlich breite Unterstützung finden. "Wir haben das Modellprojekt ja in Erwartung positiver Ergebnisse angeleiert", sagte SPD-Fraktionssprecher Karsten Becker. "Wenn die sich jetzt bestätigt haben, werden wir die Sperrfrist auf Dauer abschaffen, das ist völlig klar." Genauso sieht es Gunter Feuerbach (CDU): "Wir befürworten das sehr nachhaltig, es könnte ein weiterer wichtiger Baustein für die touristische Positionierung Stadthagens gerade in den Sommermonaten sein."

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare