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Begehung in den Hofwiesen / Naherholung kontra Naturschutz

SPD testet mit Rollstuhl: Viele schlechte Wege rund ums Schloss

Bückeburg (mig). Das großartige Wanderwetter am Wochenende nutzten Mitglieder der SPD Bückeburg für eine Begehung der Hofwiesen. Um auf den miserablen Zustand der Wege rund um das Schloss aufmerksam zu machen, hatte man sogar einen Rollstuhl mitgenommen.

Anka Knechtel, erste Vorsitzende des Bückeburger SPD-Ortsvereins, übernahm selbst die Rolle einer Rollstuhl-Fahrerin, um den Zustand und die Tauglichkeit des Wege-Systems um das Schloß und in den Hofwiesen zu überprüfen. Ein Grund für den Selbst-Versuch ist die hohe Zahl von Behinderten in Bückeburg. Aber auch viele alte Menschen kämen auf diesen Wegen nicht mehr zurecht, erklärt Vorstandsmitglied Albert Brüggemann, der die Route für die Begehung erarbeitet hatte. "Das ist einfach beschämend, diese zur Seite abfallenden Wege sind für Rollstuhlfahrer kaum zu bewältigen." Noch schlimmer sieht es nach Meinung der SPD auf manchen Wegen an den Hofwiesen aus. Diese sind bei schlechtem Wetter nicht passierbar. "Das geht einfach nicht, immerhin sind die Hofwiesen Bückeburgs Naherholungsgebiet," erklärte Brüggemann. Er möchte deshalb auch erreichen, dass die Hofwiesen für die Öffentlichkeit geöffnet werden. In diesem Punkt allerdings war man sich innerhalb des Ortsvereins nicht einig. Wolfhard Müller gab den Widerpart: "Wir müssen dieses Naturschutzgebiet erhalten. Dort gibt es beispielsweise Teichrohrsänger und andere seltene Vogelarten." Er wies darauf hin, dass Hundehalter ihre Tiere in denWäldern rund ums Schloss frei laufen lassen. "Deshalb muss dieses Gebiet umzäunt bleiben." Für interessierte Besucher eine Aussichts-Plattform einzurichten, könnte sich Müller aber vorstellen. Kritik wurde laut, als man an einen zugewachsenen Bach hinter der Straße "An den Fischteichen" kam. "Den Anwohnern läuft das Wasser in die Keller, das ist nicht so schön," meinte die erste Vorsitzende. Schon zu Beginn der Begehung hatte man den Kiosk am Schloss unter die Lupe genommen. "Damit habe ich ganz große Bauchschmerzen, hier trifft sich Bückeburgs Klientel," so Albrecht Brüggemann. Schon in der Genehmigungsphase habe man Bedenken laut werden lassen. Brüggemann: "Hier werden Erfrischungen in kleinen Flaschen getrunken."

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