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Prinz Mario-Max zeigt im TV Adoptionsurkunde: "Ich bin der Sohn von Helga Lee!" / Fürst aus der Schweiz zugeschaltet

Showdown in der Schaubude statt Charity-Duell

Bückeburg. Kaum hat es das Licht der Welt erblickt, scheint das von Mario-Max zu Schaumburg-Lippe ersonnene Charity-Duell mit Fürst Alexander in der Kiste gesponnener Großideen unter Klausur zu liegen. Statt dessen: Showdown der Kontrahenten. Nicht "High Noon" (wie im Filmklassiker), sondern zur besten N3-Sendezeit. Tatort: Aktuelle Schaubude.

Das Magazin präsentiert am Freitagabend brandaktuell - "bei Fürst Alexander scheint die Hütte zu brennen" - worüber sich sonst alle Welt freut: Familienzuwachs. Also Mario Wagner-Schöppl alias Mario-Max Prinz zu Schaumburg-Lippe. Von dem, Schaubuden-Moderatorin Madeleine Wehle zitiert den Fürsten, "er sagt: Dieser Prinz ist gar kein echter." Madeleine Wehle spricht ihren Gast aufs Wohltätige an: "Wofür wollen Sie sammeln?" Doch der stellt sich - alles hat seine Zeit - erst einmal vor: "Deutschland kennt mich nicht." Die Nation erfährt aber flugs, er sei Österreicher, Salzburger dazu, 28 Lenze jung und promovierter Jurist. Madeleine Wehle bleibt hartnäckig: Was plane er bezüglich Charity? "Weiterzuführen mein Hilfsprojekt für die Flutopfer in New Orleans, weiterzuführen mein Kinderkrebshilfe-Projekt", zählt der Gast auf, und: "Neu weiterzuführen, besonders auch zu zeigen, dass Charity wichtig ist." Der Zuschauer reibt sich die Augen, lernt kurz zweierlei - Charity an sich ist schon Charity, und: Diesen Gedanken kann man sogar neu weiterführen - um sodann den Rest der Antwort auf die Frage, wofür er denn sammele, zu erfahren: "Dass wir Schaumburg-Lipper herausgehen und sagen: Wir sind Leute, die Gutes tun, die nicht mit Kriegen und sonstigen Gemeinheiten in der Öffentlichkeit vorkommen, sondern: Ich suche Frieden!" Die nach diesem Satz ebenso ratlose wie wendige Moderatorin zückt das Ass im Ärmel: "Wann wurden Sie adoptiert?" Das will ja auch der Fürst wissen. "Also ich wurde adoptiert von ...", schlägt der Gast einen weiteren, wieder weiten Zirkelbogen bis hin zur ersten großen Liebe seiner leiblichen Oma. "Und wann wurden Sie adoptiert?", lässt Wehle nicht locker. "Vor vielen Jahren schon, das ist keine neue Sache." Wann? Wissen Sie es jetzt, lieber Leser? Madeleine Wehle will's wohl gar nicht mehr wissen, konfrontiert ihren Gast statt dessen mit dem Streit um Markenrechte. "Sie haben sich international patentieren lassen diverse Waren ... von Babybrei bis hin zu Marmelade, bis hin zu Waffen. Was hat das jetzt mit Charity zu tun?" Was Gast Mario-Max zur Unzeit gefragt erscheint, schließlich nähert sich der Showdown doch gerade einem Höhepunkt. Er legt Madeleine Wehle ein Blatt Papier in die Hand. Die Adoptionsurkunde. Mario-Max triumphiert: "Ich bin der Sohn von Helga Lee!" Und zieht auf die Bitte der Moderatorin hin sogar seinen Pass aus dem Jackett. Madeleine Wehle prüft genau: "Ich lese hier beim Namen ,Prinz zu Schaumburg-Lippe'. Und auch ansonsten ... alles so, wie es sich gehört." Das wäre nun geklärt. Und Wehle hat sich nicht beirren lassen: "Ich möchte aber trotzdem noch mal darauf kommen, was es mit diesen riesigen Produkten, also mit dieser Produktpalette zu tun hat ... und mit dem Vorwurf, dass Sie eigentlich mit dem Namen der Familie nur Geld machen wollen?" Prinz Mario-Max greift erneut in den Zirkelkasten: "Also, ich habe ja von Haus aus einen guten Namen ...". Wehle unterbricht sofort: "Und diese Warengruppen? Sollen die jetzt dazu dienen, auch im Sinne des Charity - also, das Geld, das Sie dadurch verdienen könnten, dafür einzusetzen?" Fragt's, und beraubt ihren Gast nun selbst der Chance einer Antwort. Wohl, weil die Dramaturgie der Sendung auf einen weiteren Showdown-Höhepunkt zusteuert. Aus der Schweiz zugeschaltet, begrüßt sie am Telefon Fürst Alexander zu Schaumburg-Lippe. Der bestätigt eingangs mit noch gelassenem Tonfall, "dass ich am Anfang ihm gegenüber durchaus positiv eingestellt war." Schlagartig geändert habe sich das jedoch, "als ich auf der Online-Enzyklopädie ,Wikipaedia' - wo jedermann sich eintragen kann - seinen Namen gefunden habe in der britischen Thronfolgerliste. Wo er nicht hingehört. Und da kamen mir erste Bedenken." Cousin Prinz Mario-Max kontert mit dem Hinweis auf eine Antwort per E-Mail. Nicht nur, weil die bekanntlich nichtöffentlich einzusehen sind, wechselt nun Fürst Alexanders Gemütslage von "gelassen" nach "genervt". Erst recht, als der Cousin fortfährt: "Dass Helga Lee meine Adoptivmutter ist, dass ist eine reine Privatsache, die eigentlich in der Öffentlichkeit - den Regeln des Adels nach - überhaupt nichts zu tun hat. Durch Alexander wurde das Ganze ein riesen öffentliches Ding." Der Showdown tut, was ein Showdown eben so tut: Er eskaliert. Fürst und Prinz brabbeln durcheinander, zu verstehen ist vom sich entspinnenden Scharmützel nicht allzu viel. Wehle geht schnell dazwischen. "Darf ich ... darf ich ... bitte ... meine Herren ... darf ich bitte einmal einlenken?", greift sie ein - und zu einem Trick aus der Mottenkiste: Bevor gar nichts mehr geht, lobt man sich selbst. "Schön finde ich, dass wir dieses Gespräch in Gang gebracht haben. Und ein Wunsch wäre, dass sich die Prinzen vielleicht mal zusammenfinden, an einen Tisch setzen. Vielleicht war das jetzt von der Schaubude ein kleiner Anstoß ..." Doch was hilft alles Anstoßen, wenn Duellanten und Sekundantin längst in den Staub gesunken sind? Allerletztes Aufbäumen bei Prinz Mario-Max: "Ich hab noch eine Forderung: Er soll den Rufmord gegen mich aufhören." Des Fürsten letzter Hauch verweht in der Abmoderation. Dann ist Stille. Was lehrt uns all das? Was lehrt es alle drei Beteiligten? Ersten kommt es anders, und zweitens als man denkt ...

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