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VA votiert gegen Brückentor-Option / CDU-Fraktion: "Stört nachhaltig"

Seltene Koalition von SPD und WGS: 40-Meter-Mast kommt ans Weserufer

Rinteln (crs). Die Baugenehmigung für den 40 Meter hohen Mobilfunkmasten an der Hartler Straße wird erteilt. Das hat der Verwaltungsausschuss am Donnerstag nach längerer Diskussion mit den Stimmen von SPD und WGS entschieden - die CDU-Fraktion favorisierte die Alternativoption von Antennen auf dem Brückentor. Damit bleibt die Stadt zwar ihrer Linie treu, auf öffentlichen Gebäuden keine Antennen zu errichten, nimmt aber zugleich in Kauf, dass unweit vom städtebaulichen Filetstück Steinanger ein weithin sichtbarer Sendemast entsteht.

"Es blieb nur die Wahl zwischen Pest und Cholera - beide Optionen sind hässlich", spricht Rintelns Erster Stadtrat Jörg Schröder nach der VA-Entscheidung von einer "Einsicht ins Unvermeidbare". Die Stadt hatte versucht, die 40 Meter hohe Anlage, für die seit gut zwei Jahren ein Bauantrag vorliegt, zu verhindern. Doch das Verwaltungsgericht Hannover ließ sich vom Argument einer negativen Beeinträchtigung der Altstadtkulisse wenig beeindrucken - jetzt erteilt die Stadt die Baugenehmigung, bevor das Urteil kommt. "Gerade im Hinblick auf eine spätere Bebauung des Steinangers stört ein solcher Mast an dieser Stelle nachhaltig", kritisiert CDU-Fraktionsvorsitzender Thorsten Frühmark die Entscheidung für die Hartler Straße. Ein idealer Standort sei auch das Brückentorgebäude nicht. "Hier hätte man den Mast jedoch baulich so verkleiden können, dass er fast nicht einzusehen gewesen wäre", gibt Frühmark zu bedenken. Dass der Standort auf dem Brückentor aus optischen Gründen vorteilhafter gewesen wäre, räumt auch SPD-Fraktionschef Klaus Wißmann ein. Aber darum geht es seiner Fraktion erst in zweiter Linie: Um die Innenstadt-Bewohner vor Strahlenbelastung zu schützen, sollen Mobilfunkstandorte so weit wie möglich von der Altstadt entfernt sein. "Auf der grünen Wiese an der Hartler Straße ist besser als auf dem Brückentor", fasst Wißmann zusammen. Und außerdem will die SPD nicht von dem Grundsatz abrücken, auf städtischen Gebäuden keinen Sendemasten zu errichten: "Sonst hätten wir das Ding vor einigen Jahren auch auf den Nikolaiturm setzen können." In dieselbe Kerbe schlägt Heinrich Sasse: "Durch einen Präzedenzfall könnte eine Flut anderer Anfragen auf uns zukommen", hält der WGS-Fraktionschef ein Festhalten am bisherigen Grundsatz für wesentlich. Und verweist auf die alten Schlauchtürme der Feuerwehren in einigen Ortsteilen: "Die stehen oft in exponierter Lage und kommen so theoretisch als Mobilfunkstandorte in Betracht."

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