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Sparkasse Schaumburg mit Geschäftsjahr 2005 "außerordentlich zufrieden" / 10 000 Beratungsgespräche

"Sehen optimistische Stimmung aufziehen"

Landkreis (ugr). Die Sparkasse Schaumburg sieht sich für die Zukunft gewappnet und rüstet sich vor allem für den Wettbewerb mit den Direktbanken. Die Vorstände Hans-Heinrich Hahne, Rolf Watermann und Günther Klußmeyer haben das Jahr 2005 bei der Bilanz-Konferenz als "außerordentlich zufrieden stellend" für ihr Institut bewertet.

Die Bilanzsumme stieg um rund ein Prozent auf nunmehr fast 2,2 Milliarden Euro. Der leichte Rückgang im Betriebsergebnis sei dem anhaltend niedrigen Zinsniveau zuzuschreiben. Im Landesvergleich zählt die Sparkasse Schaumburg nach wie vor zu den Top-Instituten. "Wir sind mit deutlichem Abstand auch die größte Bank in Schaumburg", freut sich Vorstandssprecher Hahne über die Position seiner Sparkasse. Der Jahresüberschuss wird wieder für die Stärkung des Eigenkapitals genutzt. Der Vorstand der Sparkasse sieht "seit ein paar Wochen eine optimistische Stimmung aufziehen, die wir auch nachvollziehen können", blickt Hahne zuversichtlich auf die Prognose für das gerade begonnene Jahr. Zudem gehen er und seine Vorstandskollegen davon aus, dass durch die für 2007 geplante Mehrwertsteuererhöhung "der Konsum befeuert wird". Ein Schwerpunkt für 2006 wird demnach auch die Vergabe von Privatkrediten sein. Nicht nur, um einem gesteigerten Konsumverhalten der Bürger zu entsprechen, sondern auch, um einen Kontrapunkt zu den Direktbanken zu setzen. "Die haben am Privatkundengeschäft ohnehin kein Interesse", ergänzt Klußmeyer. Für die jeweiligen Geschäftsfelder der Sparkasse Schaumburg war 2005 ein gutes Jahr. "Wir haben eine erhebliche Dynamik gehabt", sagt Rolf Watermann. So sei es beispielsweise in der Wohnungsbaufinanzierung das zweitbeste Jahr überhaupt gewesen. Auch der Immobilienbereich habe sehr gute Ergebnissevorzuweisen. Der Wegfall der Eigenheimzulage zum Jahreswechsel habe zudem für eine "Sonderkonjunktur" gesorgt. Zwar sei der Verkauf von Lebensversicherungen nach dem Wegfall des Steuerprivilegs erwartungsgemäß leicht rückläufig gewesen. "Wir haben aber etablierte Produkte und befinden uns mit unserem Umsätzen auf einem stabilen Niveau", so Watermann. Deutliche Zuwächse habe es bei der "Riester-Rente" und bei der betrieblichen Altersvorsorge gegeben. Auch bei den Sachversicherungen habe die Sparkasse Schaumburg die Ziele zum Teil deutlich übertroffen. "Wir haben den Direktbanken deutlich Paroli geboten", zieht Klußmeyer Bilanz. Eine vor drei Jahren getroffene Strategie zur Positionierung der Sparkasse gegen die großen Direktbanken sei "genau richtig gewesen", ergänzt Hahne. Mit seinen Produkten sei das heimische Institut gut aufgestellt. Im Geldverkehr mit den großen Direktbanken sei die Bilanz der Sparkasse sogar positiv. "Es kommen zwei Millionen Euro mehr zurück, als bei uns rausgeht", beziffert Klußmeyer den Erfolg im Wettbewerb. Dabei setzt man bei der Sparkasse Schaumburg vor allem auf Beratung. "Unsere Mitarbeiter haben im vergangenen Jahr rund 10 000 Beratungsgespräche mit Kunden geführt", berichtet Klußmeyer. Dies trage nun Früchte. So stiegen die Kundeneinlagen um vier Prozent. Hinzu kam eine Belebung des Wertpapiergeschäftes durch die positiven Vorzeichen der europäischen und der japanischen Börse. Mit 22 600 Depots wurde die 400-Millionen-Euro-Grenze an Einlagenüberschritten. Ein "Dauerbrenner" sei nach wie vor das Bausparen. Die Bausparsumme stieg um 16 Prozent, die Anzahl der Verträge sogar um 25 Prozent auf nunmehr rund 4000 Verträge. Sorge bereiten weiterhin die gewerblichen Kunden. Es gebe nach wie vor nur geringen Bedarf bei Firmenkrediten. "Im vergangenen Jahr gab es dort keine grundlegende Trendwende", erklärt Watermann. Das hohe Insolvenzniveau sei "Wasser im Wein". Watermann berichtet zudem von einer "Verdoppelung der Pfändungen" bei den Kundenkonten. Als wichtigen Aspekt der Verbundenheit der Sparkasse mit der heimischen Region sieht Hahne das Netz mit 45 Geschäftsstellen und fast "650 Mitarbeitern, die in Schaumburg arbeiten und leben". Mit insgesamt 49 Auszubildenden setze die Sparkasse zudem ein Zeichen für den eigenen Banknachwuchs. "Wir haben heute sogar mehr Auszubildende als beide Sparkassen vor der Fusion Ende der neunziger Jahre", sagt Hahne.

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