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Minister Busemann: Problem im Tagesgeschäft lösbar

Schulterror: "Das ist nur die Spitze des Eisbergs"

Rodenberg (tes). Der Berichtüber die Vorkommnisse an der Hauptschule in Rodenberg ist auf große Resonanz gestoßen. Zahlreiche Anrufe in der Redaktion und bei der Mutter aus dem Bericht weisen in eine Richtung: Das Problem besteht schon lange. Der Tenor: Alle sind froh, dass sich endlich jemand getraut hat, über die Zustände zu sprechen. Unsere Zeitung wird in den nächsten Ausgaben weiter darüber berichten.

Ein NDR-Fernsehteam von "Hallo Niedersachsen" hat ein Interview mit der Großmutter von Daniel, Elke Reichert, gemacht. Die Mutter war ebenfalls bereit zur Stellungnahme, schaffte es aber nicht rechtzeitig zum Termin. Die Großmutter berichtete, sie sei sogar im Supermarkt von Müttern angesprochen worden, deren Kinder ähnliche Erfahrungen in der Stadtschule gemacht haben. Einen Kommentar von Schulleiter Horst Asche gab es nicht: Das Kultusministerium habe ihm einen Maulkorb verpasst, sei seine Reaktion auf die Anfrage des Fernsehteams gewesen, sagte NDR-Reporterin Cornelia Henkel. Innenminister Bernd Busemann bestätigte "den Maulkorb" im Interview mit dem NDR nicht: "Der Schulleiter ist frei, seine Situation zu beschreiben." Asche hatte den Auslöser für die Zustände in der sechsten Klasse als Folge der Schulstrukturreform gesehen. Die Ursache für Gewalt an Schulen der Abschaffung der Orientierungsstufe zuzuschieben, sei "kein Argument", so Busemann. "Das kann ich in keiner Weise nachvollziehen." Zudem könne dieser Zusammenhang nicht belegt werden. Die bestätigten Probleme mit den beiden muslimischen Schülerinnen in Rodenberg könnten allerdings "im Tagesgeschäft bewältigt werden" und stünden in keiner Relation zu den Vorkommnissen an der Berliner Hauptschule, sagte der Minister. Hier hatten die Lehrer einen Hilferuf an dasMinisterium geschickt. In Niedersachsen sei die Zahl der gemeldeten Fälle von Gewalt an Schulen rückläufig. Sprachförderung sei das Gebot, so Busemann weiter. Es zeige sich immer wieder: "Wenn die Sprache fehlt, fliegen die Fäuste." Die Anrufe der Eltern widerlegen die Einschätzung vom Einzelfall: "Das ist nur die Spitze des Eisbergs", so Reichert. Daniels Mutter ist froh über die große Resonanz: "Toll, dass ich nicht allein dastehe. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass sich so viele melden würden."

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