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Stellplätze für Wohnmobile am Freibad Rolfshagen: Unterschiedliches Echo im Fachausschuss

"Schotter und Stromleitung reichen nicht aus"

Rolfshagen (maro). Die Idee von Verwaltungs-Vize Thomas Priemer, in Freibadnähe Stellplätze für Wohnmobile zu schaffen, ist noch nicht vom Tisch. Spätestens wenn der Bau- und Planungsausschuss im Februar abschließend den Haushaltsentwurf für 2006 berät, wird die Verwaltung auf Beschluss des Umwelt- und Fremdenverkehrsausschusses alternative Standorte und Kostenschätzungen vorlegen. Falls es darüber zu einer Einigung kommt, könnten "Wohnmobilisten" mit Beginn der Badesaison beim Freibad geeignete Stellplätze finden, zu denen es im Dezember beim Fachausschuss jedoch sehr unterschiedliche Meinungen gab.

Damals hatte Priemer zwei Alternativen vorgestellt, mit denen sich aus seiner Sicht die Attraktivität des Freibades noch weiter steigern ließe. Eine dieser Möglichkeiten wären etwa zehn Stellplätze hinter dem neu angelegten Pkw-Parkplatz vor dem Freibadeingang. Dazu müssten allerdings noch umfangreiche Rodungs- und Erdarbeiten durchgeführt werden, so dass mit Kosten von etwa 25 000 Euro zu rechnen wäre. Die preiswertere Lösung wären sechs Stellplätze am Rand des Multifunktionsplatzes neben dem Feuerwehrgerätehaus. Dort glaubt die Verwaltung, mit etwa 5000 Euro auskommen zu können. Beide Möglichkeiten stießen im Umwelt- und Fremdenverkehrsausschuss auf ein sehr unterschiedliches Echo. Einig wurde man sich schnell, dass der Multifunktionsplatz nicht durch Stellflächen für Wohnmobile verkleinert werden sollte. Favorit war die Fläche gegenüber dem Freibad, wo Helmut Meier (SPD) anregte, das Gelände in zwei Etappen für Wohnmobile herzurichten. Dann könne man erst einmal testen, ob tatsächlich ein Bedarf bestehe. In diesem Sinn äußerte sich auch Thomas Meyer (SPD), der vier Plätze für die Startphase für völlig ausreichend hält. Als beratendes Ausschussmitglied warnte Rolf Wittmann vor halbherzigen Lösungen. Der gleichen Ansicht war auch Hans-Jürgen Bethge (SPD). Er meinte: "Wir sollten diesen Schritt wagen. Und zwar gleich vernünftig." Ein entschiedenes Nein kam dagegen von Andreas Tegtmeier (WGA). Er kann sich nicht vorstellen, dass genügend Wohnmobile kommen und lehnte die Pläne aus Kostengründen ab. Nach der Sitzung befragte unsere Zeitung Peter Treff von "Rolfshagen Aktiv", der seit vielen Jahren selbst mit seinem Wohnmobil unterwegs ist, zahlreiche Camping- und Wohnmobilplätze kennt und weiß, was Wohnmobil-Fans wünschen. Er verwies auf die attraktiven Stellplätze in Rinteln am Weseranger und das Gelände in Bad Eilsen direkt am Kurpark. Bei dieser Konkurrenz dürfte es nach seiner Meinung Rolfshagen schwer fallen, sich durchzusetzen. Darum verspricht er sich überhaupt nichts davon, wenn beim Freibad nur über ein Provisorium nachgedacht wird: "Es reicht nicht aus, nur einen Platz mit Schotter zu planieren und eine Stromleitung zu verlegen." Im Laufe der Jahre seien die Ansprüche der Wohnmobilbesitzer so gestiegen, dass zusätzlich auch ansprechende Sanitäranlagen angeboten werden müssten, die nicht nur während der Öffnungszeiten des Freibads zugänglich sind. Darum könnte sich Peter Treff eher Stellplätze auf dem Multifunktionsplatz vorstellen. Seine Überlegung: Wenn beim Umbau des Feuerwehrhauses auch Toiletten gebaut werden, die bei Festlichkeiten auf dem Platz genutzt werden können, sollte man dort auch Sanitärräume für Wohnmobilisten vorsehen. SeineProphezeiung: "Wenn schon - dann richtig. Alles andere ist ein Schuss in den Ofen."

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