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Rintelns Luftsportverein wartet Flugzeuge / Größtes Projekt: Ausstattung des neuen "Duo-Discus"

Schleifen und schrauben - für die neue Saison

Rinteln (la). Ob Jumbo oder Airbus, ASK 21 oder Astir - jedes Flugzeug, unabhängig von Größe oder Typ, muss in gewissen Abständen einer gründlichen Überprüfung unterzogen werden. Bei den Verkehrsmaschinen kommt das natürlich häufiger vor, doch auch bei den Segelflugzeugen des Luftsportvereins Rinteln (LSV) wird die technische Wartung keineswegs vernachlässigt.

Jedes Jahr in der Winterzeit werden die sieben Segelflugzeuge, der Motorsegler und die beiden Motorflugzeuge auf dem Flugplatz in Rinteln genauestens von den Segelfliegern geprüft - natürlich unter Aufsicht von erfahrenen Werkstattleitern. Dabei achten die LSV-Mitglieder vor allem auf Beschädigungen im und am Flugzeug sowie auf die Funktionalität aller Steuerorgane und der Instrumente. Auch Schönheitsreparaturen, wie zum Beispiel die Ausbesserung etwaiger Lackschäden, werden vorgenommen. Zusätzlich werden die Flugzeuge gereinigt und poliert. Der Verein besitzt fast nur noch Flugzeuge, die in moderner Kunststoffbauweise hergestellt wurden. "Das macht die Segler wesentlich robuster. Sie sind leichter zu reparieren und zu pflegen", erläutern Dietmar Heintze und Jürgen Schürer, die im LSV die verantwortlichen Werkstattleiter sind. Lediglich der "LSV-Oldtimer", eine KA 8, benötigtetwas mehr Pflege, da dieses Muster aus den sechziger Jahren noch aus Stahl, Holz und Stoff gebaut wurde. Das größte Projekt der diesjährigen Winterarbeit ist die Ausstattung des neuen Vereinsflugzeuges vom Typ Duo-Discus. Unter Federführung des langjährigen Werkstattleiters Hans-Georg Seidel werden die erforderlichen Instrumente und Kontrollsysteme in den neuen Doppelsitzer eingebaut. Hier sind noch einige Meter an Kabeln zu verlegen. Rechtzeitig zum Saisonbeginn soll der Duo dann einsatzbereit beziehungsweise startklar sein, um dann die ersten Kreise über seiner neuen Heimat zu ziehen. Bei der Winterarbeit im LSV stehen jedoch nicht nur die handwerklichen Tätigkeiten im Vordergrund, auch die soziale Komponente hat einen hohen Stellenwert. "Bei uns lernen manche Flugschüler zum ersten Mal, wie man richtig mit Werkzeug und verschiedenen Werkstoffen umgeht", berichtet Seidel. "Außerdem wird die Fliegergemeinschaft auch im Winter zusammengehalten, manfachsimpelt und schmiedet Pläne für die kommende Saison." Am Ende der Winterarbeit steht beim Luftsportverein die Jahresnachprüfung. Ein Beauftragter vom Luftfahrtbundesamt überprüft hierbei, ob die Wartungsarbeiten ordnungsgemäß durchgeführt wurden und ob das Flugzeug flugtüchtig ist. Wiebeim Auto-TÜV bekommt das Flugzeug dann die Freigabe, wieder eine Saison lang lautlos durch die Lüfte segeln zu dürfen.

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