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Herzhaftes Dankeschön für das Schmückkommando / Stelldichein in Lothar Nebels Partyraum

Schlachteplatte schmeckt den Schnatgängern

Bückeburg (aj). Schon der Ausgangspunkt des Schnatgangs - der "Potsdamer Platz" - zeigt das Lokalkolorit dieser Fußtour durch die Bückeburger Altstadt. Der Ort, den jedes Kind aus dem Bereich der Altstadtkompanie kennt, ist für Neubückeburger und Auswärtige bei gutem Wetter allerdings kaum zu finden. Wer indes bei Regen, Kälte und Dunkelheit in der Altstadt nach für diese Jahreszeit untypisch großen Menschenansammlungen Ausschau hält, hat dann aber doch eine Chance, den Platz an der Braustraße 6 zu entdecken.

Unter der Führung von Schützensenator Albert Brüggemann stehen bei diesem (Sau-)Wetter am Freitagabend ein Dutzend Männer der Altstadtkompanie im Regen. Zwei Meter über ihren Regenschirmen hängt tatsächlich ein Schild: "Potsdamer Platz" - an einem Balken des Fachwerkhauses von Lothar Nebel, Stabsoffizier des Bückeburger Bürgerbataillons. Das Schild ist ein Geburtstagsgeschenk der Altstadtkompanie an ihren aus Berlin stammenden Kameraden und markiert so äußerst dezent das Standortquartier der Gruppe - Lothar Nebels Partyraum. Vom "Potsdamer Platz" aus führt der Weg bei nun heftiger werdendem Regen am ehemaligen Hundeklo gegenüber dem Hubschraubermuseum vorbei in Richtung Rathaus. Anstelle des Klos liegt nun ein großer Findling an der Stelle, der zumindest "von den Altstadtrüden weitaus besser angenommen wird, als die offizielle Version", wie ein Teilnehmer berichtet. Am Rathaus inspizieren die durchnässten Schnatgänger kurz die in das Pflaster eingelassenen Stolpersteine, die auf Spuren damaliger jüdischer Mitbürger in der Stadt Bückeburg hinweisen sollen. Und suchen dann zum Aufwärmen die Venezianische Eisdiele am Bückeburger Markt auf. Nach einer vitaminreichen Runde "Delphino"-Fruchteis, schlendern die Altstädter über die Lange Straße weiter zur Schlachterei Mühe, wo Jens Mühe den zwölf nassen Gesellen bei einer Runde Würstchen Unterstand gewährt. Zur weiteren Aufrechterhaltung des Vitaminspiegels kommen zu den Würstchen zwei Runden Wacholder von Brauhauswirtin Ljudica Kleen hinzu. Bei leichtem Nieselregen geht es nun weiter die Lange Straße hoch zum Juweliergeschäft von Karl-Heinz Liere, dem die Dunkelheit, seit der Schließung der Gaststätte rechts neben seinem Geschäft, doppelt zu Schaffen macht. "Dunkle Ecken meiden die Kunden", sagt er und wünscht sich eine möglichst schnelle Wiederbelebung seines Teils der Langen Straße. Nach zwei weiteren Runden, dieses Mal mit den Vitaminen der Birne im Bauch, verabschieden sich die Schnatgänger und tasten sich durch das Dunkel des Dr.-Witte-Parkplatzes wieder zurück zum Standortquartier. Dort wartet schon Lothar Nebel mit einer deftigen Schlachteplatte auf die Teilnehmer des Rundgangs und dieübrigen Mitglieder des Schmückkommandos der Altstadtkompanie. Die Platte der Schlachterei Jens Mühe ist ein herzhaftes Dankeschön der Kompanie an die 14 Männer, die vor dem Bürgerschießen beim Aufhängen der Fahnen und Girlanden sowie dem Aufstellen des Grüns in der Altstadt mitgeholfen haben. Besonders das Schmalzfleisch sowie Mettwurst und Schinken finden in überaus "vitaminreicher" Runde reißenden Absatz. Erst gegen Mitternacht löst sich die Gemeinschaft im urigen Partyraum Lothar Nebels langsam auf. Satt, zufrieden - und ein bisschen schläfrig.

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