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Wasserverband Nordschaumburg baut Vererdungsanlage / Investition von 500 000 Euro / Preise stabil

Schilf verwandelt Klärschlamm in Blumenerde

Auetal (kdt). Nach derÜbernahme des Klärwerks Auetal mit der kompletten Abwasserentsorgung will der Wasserverband Nordschaumburg mit dem Bau einer Vererdungsanlage für Klärschlamm jetzt neue Wege gehen. In der Sitzung des Rates der Gemeinde Auetal informierte der Geschäftsführer des Wasserverbandes Nordschaumburg (in dem die Gemeinde Auetal Mitglied ist), Werner Volker, die Bürgervertreter über das Vorhaben, das schon bald umgesetzt werden soll.

Vorgesehen ist eine Anlage nach dem "EKO-Plant-Verfahren" unmittelbar am Klärwerk in Bernser Landwehr (Fahrenplatz). Bei diesem speziellen Verfahren wird auf einer 6000 Quadratmeter großen Fläche in mehreren Becken der Klärschlamm ausgebreitet und mit Schilfpflanzen bestückt. Diese Pflanzen sorgen dafür, dass bei ordnungsgemäßer Betriebsführung die Vererdung nachsechs bis zehn Jahren einsetzt und sich der neu gewonnene Boden dann im Garten- und Landschaftsbau vermarkten lässt. Dieses Verfahren lässt sich ganzjährig durchführen, im Gegensatz zur bisherigen Lösung, wo der Klärschlamm nur zu bestimmten Zeiten landwirtschaftlich genutzt und auf die Felder ausgebracht werden konnte. Bei der "nassen" Nutzung unterliegt der Klärschlamm der Abfallablagerungsverordnung. Sie gibt vor, dass nur solche Abfälle abgelagert werden dürfen, die höchstens fünf Prozent organische Trockensubstanz aufweisen. Klärschlamm weist üblicherweise jedoch einen Gehalt an organischen Stoffen zwischen 50 und 75 Prozent auf. Daher ist künftig eine Deponierung von Klärschlamm nur noch nach aufwendiger Vorbehandlung möglich, so dass eine Veränderung im Klärwerk auf alle Fälle hätte stattfinden müssen. Die Klärschlammvererdungstechnik stellt im Vergleich zu den konventionellen Behandlungsverfahren ein energiearmes und damit ökologisch vorteilhaftes Verfahren dar. Es werden keine Hilfsstoffe für die Entwässerung des Schlammes benötigt. Ziel der neuen Anlage ist es, die Verwertung des Klärschlamms auf "sichere Beine" zu stellen, die Betriebsprozesse zu optimieren und den Abwasserpreis stabil zu halten. "Allerdings werden wir nicht umhin kommen, die geplante Mehrwertsteuer-Erhöhung an die Endverbraucher weiterzugeben", stellte Volker klar. Die Investitionskosten werden bei knapp 500 000 Euro liegen, die aber durch staatliche und EU-Zuschüsse gemindert werden können. Nach der derzeitigen Rechnung des Wasserverbandes müsste sich der Abwasserpreis von derzeitig 3,10 Euro pro Kubikmeter um 3 Cent erhöhen. Diese Mehrkosten will man aber über optimierte Betriebsabläufe einsparen, so dass mit einer Kostensteigerung für die Verbraucher in absehbarer Zeit nicht zu rechnen ist.

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